Mit ‘Nanotechnologie’ getaggte Beiträge

„Vielleicht denkst du, du weißt, was dich erwartet. Aber du irrst dich.“
Michael Grant

Vielleicht hätte ich auf das Zitat des Autors auf der Rückseite des Buches hören sollen und wäre darauf gefasst gewesen, was mich in den nächsten Stunden erwarten würde:

Schon auf den ersten Seiten von BZRK wird das Kopfkino mit Bildern von herumfliegenden Körperteilen, spritzender Gehirnmasse und Blutströmen geflutet. Doch Michael Grant bleibt nicht bei den unschönen Bildern in der „Makrowelt“, also der für jeden sichtbaren Welt, sondern beschreibt zusätzlich gruselige Bilder aus der „Nanowelt“ auf der Haut bzw. im Innern des Körpers mit Milben, Hautschuppen, Ohrenschmalz, Fresszellen, usw..

Trotz erhöhtem Ekelfaktor – ja, es gab auch eine Handlung ;-). Die Nanotechnologie ist mittlerweile so weit entwickelt, dass winzige biotechnologische Nano-Organismen in den Körper eingeschleust werden können, die den „Befallenen“ ausspionieren, manipulieren und auch verletzen, foltern oder töten können. Gesteuert werden die Nanoorganismen meistens von ausgebildeten Jugendlichen, die durch Computerspiele ihr herausragendes Talent bewiesen haben. (mehr …)

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Hiroshi, Sohn einer alleinerziehenden japanischen Hausangestellten und eines Amerikaners kommt aus eher einfachen Verhältnissen. Charlotte dagegen ist die Tochter des französischen Botschafters in Tokio. Die beiden Kinder könnten kaum unterschiedlicher sein: Hiroshi bastelt begeistert mit Elektronik und Robotern herum, während Charlotte ein besondere Gabe hat; sie kann wenn sie Gegenstände berührt, deren Vergangenheit „lesen“, also die Erinnerungen ihrer Besitzer nachvollziehen. Hiroshi und Charlotte freunden sich gegen den Widerstand ihrer Eltern an, denen der soziale Unterschied zwischen den Familien nicht gefällt. Dieser Unterschied bringt Hiroshi auf die Idee, wie man soziale Ungerechtigkeiten in der Welt verschwinden lassen könnte, damit es kein Arm und Reich mehr gibt.

Die beiden verlieren sich aus den Augen, als Charlottes Familie aus Tokio wegzieht und treffen sich erst als Erwachsene durch einen Zufall wieder. Hiroshi hat in der Zwischenzeit seine Idee weiterentwickelt und steht vor einer bahnbrechenden Entdeckung. Trotzdem kann er nicht Charlotte für sich gewinnen und immer wieder trennen sich die beiden. Dann taucht eine Technologie auf, mit der niemand gerechnet hat und die die Welt revolutionieren könnte.

Ich habe das Buch mit ziemlich gemischten Gefühlen gelesen, der Einstieg war interessant, aber dann ist lange Zeit irgendwie nicht so viel passiert (ca. 400 Seiten). Auf den letzten 200 Seiten hat man dann das Gefühl, ein ganz anderes Buch in der Hand zu haben, so sehr ändern sich Tempo und auch Inhalt. Die Idee, die interessanten Charaktere und das spannende Schlussdrittel haben mich am Ende dann doch überzeugt.