Mit ‘Mobbing’ getaggte Beiträge

Die 16jährige Hauptfigur des schwedischen Autors Mikael Niemi beschreibt sich selbst als eine unauffällige graue Staubmaus. Er ist so unauffällig, dass man nicht einmal seinen Namen erfährt; der Autor lässt den Protagonisten durchgehend aus der Ich-Perspektive erzählen. Der Junge hält sich immer in der Mitte, ist nirgends der Beste, aber auch nicht der Schlechteste, hört dieselbe Musik wie alle anderen und guckt dieselben Filme.

Eines Tages traut er sich jedoch, aus der unauffälligen Mitte herauszutreten: Da er sich in ein Mädchen aus seinem Jahrgang verknallt hat, kauft er Blumen für sie und will sie ihr in der Schule überreichen. Natürlich passiert, was passieren muss. Das Mädchen lacht ihn aus und lässt ihn einfach stehen. Zu allem Überfluss hat fast die ganze Schule den peinlichen Auftritt mitbekommen.

Anfangs versucht er noch, sich nach der Blamage zu verstecken, aber schon am nächsten Tag geht er den genau entgegengesetzten Weg. Er zieht sich absichtlich hässlich an, schmiert sich Dreck ins Gesicht und provoziert wo er nur kann – wenn schon auffallen, dann richtig. Lieber ist er ein durchgeknallter Freak als eine Null. So macht er sich nicht nur Feinde, sondern auch ein paar Freunde. Sein vermeintlich größter Erfolg, ein Gewalt verherrlichendes selbst geschriebenes Gedicht, das er an die Schulpinnwand heftet, wird ihm geklaut. Ein anderer behauptet, dass das Gedicht von ihm stamme.

Zu seinen Freunden gehört neuerdings auch Pålle, der vom Rest der Schule gemobbt wird und aus sehr problematischen Familienverhältnissen stammt. Pålle fasst Vertrauen zum Erzähler und gemeinsam grenzen sie sich immer weiter vom Rest der Welt ab. Ihr Ziel: Es allen Arschgeigen mal richtig zu zeigen… Ist die Katastrophe damit schon vorprogrammiert? (mehr …)

Advertisements

Burton, Spitzname Butterball, gehört nicht gerade zu den beliebten Kids an seiner Schule in einem New Yorker Vorort: er ist ziemlich dick und einer von wenigen Afroamerikanern, kurz gesagt ein totaler Außenseiter. Er hasst aber nicht nur seinen Schulalltag, sondern auch seine kaputte Familie. Dadurch ist er so frustriert, dass er eines Tages einfach ausrastet. Ein Mitschüler, von dem er glaubt, dass dieser schlecht über ihn geredet haben könnte, wird von ihm brutal zusammengeschlagen. Der Rest der Schule ist total geschockt. Aber Butterball ist trotzdem zufrieden mit sich, denn fast macht es den Eindruck, als ob ihm jetzt mehr Leute mit Respekt begegnen würden. Nur knapp entgeht Butterball einem Schulverweis, muss dafür jetzt aber regelmäßig zu einer Gesprächstherapie gehen, worüber er natürlich überhaupt nicht begeistert ist. So ist es kein Wunder, dass er die Therapeutin kaum an sich heranlässt und ihr womöglich etwas über seine Probleme erzählt. Schließlich hatte er gute Gründe für seine Tat – oder etwa nicht?! (mehr …)

Jori, Dany und Leonie sind drei High-Society-Mädchen, die glauben, dass ihnen die Welt gehört. Aus purer Langeweile schikanieren sie andere, von denen die drei glauben, dass sie nicht gut genug für sie seien. In den Sommerferien ist der neue junge Poolboy von Joris Familie dran. Immer dreister provozieren sie ihn, bis irgendwann die Situation eskaliert und der Jugendliche von einem Tag auf den anderen verschwindet. Kurze Zeit später schwimmen im Pool drei Streichholzschachteln (Matchboxes) für die Freundinnen mit jeweils der gleichen Botschaft: ICH KENNE DEINE SCHMUTZIGEN GEHEIMNISSE. Der Matchbox Boy belässt es jedoch nicht bei diesen drohenden Botschaften, sondern stellt als Rache für die Schikanen Andeutungen und peinliche Informationen über die Mädchen ins Internet. Begeistert saugen nicht nur Klassenkameraden und Mitschüler die Informationen auf und tratschen sie weiter. Es formiert sich eine immer größer werdende anonyme Netzgemeinde, die sich am Cybermobbing beteiligt. Für Jory, Dany und Leonie ist der Absturz von den vermeintlich beliebtesten und gefeierten „Stars“ der Schule zu den Geächteten, die nur noch Nutte, Heilige und Falsche Schlange genannt werden, sehr tief und schmerzhaft.

Ihr Luxusleben gerät nicht nur völlig aus dem Ruder, es besteht sogar die Gefahr, dass der Rachefeldzug tödlich enden könnte, denn der Mob kennt keine Gnade … (mehr …)

Cover

Verlag: Fischer FJB
Seiten: 352
ISBN: 978-3-8414-2133-3

Shelley und ihre Mutter sind wie kleine Mäuse: friedlich, schüchtern und immer unterlegen.

Shelley wird in der Schule aufs Übelste gemobbt; es geht sogar so weit, dass ihr Gesicht angezündet wird. Ihre Mutter hat immer größeren Stress sowohl in der Arbeit als auch im Privatleben, bis sie sich von ihrem fremdgegangenen Mann trennt.

Beide huschen von einem Versteck zum nächsten und so kommt es, dass die beiden in ein abgelegenes Haus auf dem Land ziehen und Shelley zu Hause unterrichtet wird, damit sie endlich ihren Frieden bekommen. Das gelingt ihnen auch in den ersten Wochen und die Wunden ihrer schrecklichen Erlebnisse beginnen langsam zu heilen.

Doch auch hier will ihnen die Ruhe nicht gegönnt sein, denn in der Nacht zu Shelleys 16. Geburtstag bricht ein fremder Mann in ihr Haus ein und verlangt Geld – Geld, dass ihre Mutter sich mühsam von ihrem sehr ungerechten kümmerlichen Gehalt zusammengespart hat.

Durch diesen Einbruch steigt Shelley jetzt endgültig alles über den Kopf und sie verliert völlig die Fassung. Sie spielt nicht mehr mit ihrer Opferrolle mit, sondern wird zum Täter – einer Tat, die sie sich niemals zugetraut hätte: Mord… (mehr …)

Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.
Albert Einstein

Cover

Verlag: Arena
Seiten: 256
ISBN: 978-3-401-50406-3

Die 15jährige Jenny lässt sich von ihrer Freundin Debbie zu einem Jugendzeltlager überreden. Eigentlich haben ihre Eltern nicht genügend Geld dafür, da am Haus noch so viel für Renovierungsarbeiten bezahlt werden müsste. Aber sie lassen sich schnell überreden, doch noch zuzustimmen. Jenny sieht in diesem Zeltlager einerseits die Chance, ihren Liebeskummer zu vergessen und andererseits hofft sie darauf, endlich wirklich in die eingeschworene Jugenddorfgemeinschaft aufgenommen zu werden. Obwohl sie schon seit einigen Monaten mit ihren Eltern im Dorf wohnt, gehört sie noch nicht so richtig dazu.

Ihre Hoffnung auf tolle Sommerferien bekommt jedoch schon am ersten Abend einen gehörigen Dämpfer, denn Jenny bemerkt, dass Markus, der Jugendgruppenleiter, sich auf Kosten von Finn, einem der anderen Jugendlichen, wichtig macht. Der Großteil der Gruppe springt begeistert darauf an und macht sich ebenfalls lustig über Finn, während der Rest einfach nur schweigt. Jenny versucht zu helfen, gerät dabei jedoch selbst in die Isolation. Markus gefällt nicht, dass Jenny scheinbar seine Autorität in Frage stellt und hetzt die Jugendlichen gegeneinander auf. Mit jedem Tag wird die Stimmung mehr aufgeheizt bis am Ende die Situation eskaliert… (mehr …)

Objection is when I say: this doesn’t suit me. Resistance is when I make sure that what doesn’t suit me never happens again. Komm her – Herr B. ist bereit.“  Aura erkennt das Zitat schnell. Ulrike Meinhof. „Herr B.“ ist ihre Geheimsprache. Andreas hat endlich die Bombe fertig bekommen.
Aus dem Klappentext von Blown Away – Voller Hass

Cover

Verlag: Kosmos
Seiten: 264
ISBN: 978-3-440-12326-3

Aura lebt eine normale und glückliche Kindheit mit ihren Eltern bis sich nach einem Autounfall für sie alles ändert. Bei dem Verkehrsunfall kommt ihre Mutter ums Leben und sowohl ihr Vater als auch Aura selbst finden danach kaum noch in den Alltag zurück: der Vater flüchtet sich in seine Forschungsarbeit und Alkohol, während Aura sich immer weiter in ihr Schneckenhaus zurückzieht.

Als der Vater die alte Wohnung, die ihn immer wieder an seine Frau erinnert, nicht mehr ertragen kann, ziehen Aura und er in einen anderen Stadtteil. Das hat jedoch keinen besseren Neuanfang für Aura zu Folge, denn jetzt hat sie gar keine Freunde mehr und wird an ihrer neuen Schule gemobbt.

Da sie mit ihrem Vater darüber nicht reden kann, wird sie immer einsamer und stürzt sich in ihr neues Hobby: die Erforschung der Geschichte von Ulrike Meinhof und der Terrororganisation RAF. Was am Anfang noch als eine Erinnerung an ihre Mutter begonnen hat, die ebenfalls an diesem Geschichtsprojekt gearbeitet hatte, wird für Aura zu einer Sucht, bei der sie sich nur noch um dieses Thema kümmert und sich immer mehr mit den Zielen von Ulrike Meinhof identifiziert. (mehr …)

Taifun ist 12, begeisterter Skater, gilt bei den Erwachsenen als unberechenbar und war leider in der Schule in der Vergangenheit nicht besonders erfolgreich.

Taifun lebt bei seinem Vater, dessen neuer Freundin, einer Schulpsychologin und deren Tochter. Die Freundin seines Vaters sorgt dafür, dass Taifun im Herbst auf eine neue Schule gehen soll: auf das „Haus der Möglichkeiten“, eine Schule mit experimentellem Konzept. Dort soll er seine letzte Chance wahrnehmen, noch etwas aus seinem Leben zu machen. Natürlich ist Taifun darüber nicht begeistert, zumal er sich an seinem ersten Schultag direkt für immer von seinem Skateboard und auch von seinen Skaterfreunden verabschieden muss. Doch schon bald merkt er, dass das noch seine kleinsten Probleme sind, denn das Galgenmännchenspiel, bei dem jeder Schüler mitspielen muss, ist kein Spaß. Nach jedem Fehler, jedem Widerspruch wird das Galgenmännchen um einen Strich verlängert und wenn es fertig ist, folgt eine Bestrafung. Die Strafen sind so seltsam und grausam, dass Taifun unsicher wird, ob er sich auflehnen soll und damit seine Zukunft und auch die seiner Eltern riskieren soll oder einfach klein beigeben und sich anpassen. Dabei wird er von Kindern unterstützt, die auch schon das „Haus der Möglichkeiten“ besucht haben und dort verstoßen wurden. Gelingt es ihm, seinen Weg zu finden?

Mir hat der Schreibstil gut gefallen, es wirkt so, als ob Taifun seine Geschichte direkt dem Leser erzählen würde. Auch wenn das Buch an einigen Stellen unlogisch ist, kommt trotzdem Spannung auf und Wut auf das System dieser Schule. Während des Lesens war mir nicht immer klar, worauf die Autorin hinaus wollte, doch die Botschaft am Ende: „Du darfst nie an den falschen Stellen gehorchen“ fand ich sehr passend.

Cover

Verlag: dtv
Seiten: 456
ISBN: 978-3-423-76003-4

Valerie ist 16 Jahre alt, sie hat einen jüngeren Bruder, den sie ganz o.k. findet und Eltern, die zu sehr mit ihrem Ehekrieg beschäftigt sind, als dass sie sich um die Probleme ihrer Kinder kümmern könnten. Ihr Freund Nick ist in der Schule ebenso ein Außenseiter wie sie – beide werden immer wieder gehänselt und schikaniert. Nur bei ihm fühlt Valerie sich verstanden und geliebt.

An einem Tag, an dem mal wieder alles schief läuft und Valerie sich total schlecht fühlt, wünscht sie sich, es allen heimzuzahlen, die ihrer Meinung nach an ihrer Lage schuld sind. Sie beginnt ein Notizbuch vollzuschreiben mit den Namen aller Personen aus ihrem Umfeld, aber auch Fernsehstars, Denkweisen oder z.B. Schulfächer, die sie hasst. Das Buch – die Hassliste – soll eine Art Voodoo-Puppe aus Papier sein, das beweisen soll, dass die anderen die Bösen sind und sie das Opfer. Für Valerie eher ein Witz, eine Möglichkeit, Dampf abzulassen. Auch Nick begeistert sich dafür und die Liste wird immer länger. (mehr …)

Das Cover mit dem abgebildeten Messer und der Titel zeigen den Weg, nehmen das Ende des Buches vorweg. Die Geschichte beschreibt in der Vergangenheitsform, wie es dazu kommen konnte und doch ist das Ende überraschend.

Paul, der Erzähler, berichtet sehr eindringlich von seinem Schulalltag, von Terror, kleinen und großen Mobbingaktionen, Demütigung, Erpressung und Prügel. Kurz gefasst: Es geht nicht um Lernen, sondern um Gewalt, die den Schulalltag bestimmt. Lehrer können oder wollen nicht helfen – betroffene Schüler petzen nicht, da das alles nur noch schlimmer machen würde.

Paul beschreibt eigentlich nur drei Schülertypen: die Schläger, die sogenannten Freaks und die große Masse der Schüler, die bloß nicht auffallen wollen, um nicht von den Schlägern angegriffen zu werden, gleichzeitig aber auch gerne mal selbst die Freaks ärgern.

Paul gibt sich auch alle Mühe, nicht aufzufallen, dennoch wird er eines Tages von der Schlägertruppe um den brutalen Roth gedemütigt. Von diesem Tag an beginnt sich das Netz um Paul zuzuziehen. (mehr …)