Archiv für die Kategorie ‘Amoklauf’

Die 16jährige Hauptfigur des schwedischen Autors Mikael Niemi beschreibt sich selbst als eine unauffällige graue Staubmaus. Er ist so unauffällig, dass man nicht einmal seinen Namen erfährt; der Autor lässt den Protagonisten durchgehend aus der Ich-Perspektive erzählen. Der Junge hält sich immer in der Mitte, ist nirgends der Beste, aber auch nicht der Schlechteste, hört dieselbe Musik wie alle anderen und guckt dieselben Filme.

Eines Tages traut er sich jedoch, aus der unauffälligen Mitte herauszutreten: Da er sich in ein Mädchen aus seinem Jahrgang verknallt hat, kauft er Blumen für sie und will sie ihr in der Schule überreichen. Natürlich passiert, was passieren muss. Das Mädchen lacht ihn aus und lässt ihn einfach stehen. Zu allem Überfluss hat fast die ganze Schule den peinlichen Auftritt mitbekommen.

Anfangs versucht er noch, sich nach der Blamage zu verstecken, aber schon am nächsten Tag geht er den genau entgegengesetzten Weg. Er zieht sich absichtlich hässlich an, schmiert sich Dreck ins Gesicht und provoziert wo er nur kann – wenn schon auffallen, dann richtig. Lieber ist er ein durchgeknallter Freak als eine Null. So macht er sich nicht nur Feinde, sondern auch ein paar Freunde. Sein vermeintlich größter Erfolg, ein Gewalt verherrlichendes selbst geschriebenes Gedicht, das er an die Schulpinnwand heftet, wird ihm geklaut. Ein anderer behauptet, dass das Gedicht von ihm stamme.

Zu seinen Freunden gehört neuerdings auch Pålle, der vom Rest der Schule gemobbt wird und aus sehr problematischen Familienverhältnissen stammt. Pålle fasst Vertrauen zum Erzähler und gemeinsam grenzen sie sich immer weiter vom Rest der Welt ab. Ihr Ziel: Es allen Arschgeigen mal richtig zu zeigen… Ist die Katastrophe damit schon vorprogrammiert? (mehr …)

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Cover

Verlag: dtv
Seiten: 456
ISBN: 978-3-423-76003-4

Valerie ist 16 Jahre alt, sie hat einen jüngeren Bruder, den sie ganz o.k. findet und Eltern, die zu sehr mit ihrem Ehekrieg beschäftigt sind, als dass sie sich um die Probleme ihrer Kinder kümmern könnten. Ihr Freund Nick ist in der Schule ebenso ein Außenseiter wie sie – beide werden immer wieder gehänselt und schikaniert. Nur bei ihm fühlt Valerie sich verstanden und geliebt.

An einem Tag, an dem mal wieder alles schief läuft und Valerie sich total schlecht fühlt, wünscht sie sich, es allen heimzuzahlen, die ihrer Meinung nach an ihrer Lage schuld sind. Sie beginnt ein Notizbuch vollzuschreiben mit den Namen aller Personen aus ihrem Umfeld, aber auch Fernsehstars, Denkweisen oder z.B. Schulfächer, die sie hasst. Das Buch – die Hassliste – soll eine Art Voodoo-Puppe aus Papier sein, das beweisen soll, dass die anderen die Bösen sind und sie das Opfer. Für Valerie eher ein Witz, eine Möglichkeit, Dampf abzulassen. Auch Nick begeistert sich dafür und die Liste wird immer länger. (mehr …)