Marie Lu: Champion (Legend 3)

Veröffentlicht: Januar 5, 2014 in 5 Sterne - Unbedingt anschaffen!!, Dystopie, Englisch, Freundschaft, Gewalt, Krieg, Rezensionen
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Champion ist der dritte und damit letzte Teil von Marie Lus Legend-Trilogie. Acht Monate sind vergangen, seitdem Day und June sich das letzte Mal gesehen haben. June hat das Vertrauen der Republik zurückerlangt und ist als Vertraute des Elektors Anden in höchste Regierungskreise aufgestiegen, während Day eine ranghohe Militärposition innehat.

Days große Sorge ist jedoch, dass es seinem kleinen Bruder Eden, dem letzten verbleibenden Teil seiner Familie, gut geht. Wie kann er jedoch Eden beschützen, wenn er selbst todkrank ist? Er kann und will nicht mit June über seine Erkrankung reden und kann nur darauf hoffen, dass die Ärzte doch noch ein Heilmittel finden, um seine schnell fortschreitende tödliche Krankheit aufzuhalten.

Als sich in den Kolonien die von der Republik mit Biowaffen im Krieg absichtlich herbeigeführte Seuche immer weiter ausbreitet, drohen der Waffenstillstand und die Friedensverhandlungen zwischen Kolonien und Republik zu kippen. Um Tausende von Seuchentoten und möglicherweise einen neuen Krieg zu verhindern, muss June schweren Herzens Day bitten, eine fast unmenschliche Entscheidung zu treffen. Um zahlreiche Menschenleben zu retten und den Frieden zu sichern, müsste Day das tun, was er geschworen hat, um jeden Preis zu verhindern. Sein kleiner Bruder Eden müsste für menschliche Experimente zurück in die Labore der Republik, denn in seinem Blut wird der Schlüssel zur Heilung der Seuche vermutet.

Ehrlich gesagt war ich mir nicht so ganz sicher, ob ich mich tatsächlich auf den abschließenden Band dieser dystopischen Trilogie freuen sollte. Die ersten beiden Teile haben mir sehr gut gefallen, aber wenn die Erwartungen so hoch sind, können sie auch sehr schnell enttäuscht werden. Diese Erfahrung habe ich im Jahr 2013 mit Veronica Roths Divergent-Serie gemacht, deren Abschlussband ich noch nicht einmal zu Ende ertragen konnte, sowie Dashners Abschluss der Maze-Runner Trilogie, der mich ziemlich sauer zurückgelassen hat.

OK, so blieb für mich die Hoffnung, dass Marie Lu ihre Sache besser macht und nicht mit dem Finale die Geschichte total kaputt macht.

Und ja, sie hat es tatsächlich geschafft. Marie Lu gelingt es, die Spannung der Vorgängerbände aufrecht zu erhalten, schickt ihre Protagonisten zwischen intrigante Politiker und Militärs, lässt sie unmöglich erscheinende Entscheidungen treffen ohne ins pathetische abzudriften und auch die Liebesgeschichte ist eher zurückhaltend als kitschtriefend. Es fällt auf, dass die Autorin keine klassische Gut/Böse-Klassifizierung vornimmt, sondern sehr viel Raum gibt für glaubhafte Überlegungen, was am Besten zu tun wäre. Zählt der Einzelne mehr als Tausende von Menschenleben? Steht das eigene Glück über allem anderen?

Zusammenfassend gesagt: Geht doch! Eine dystopische Trilogie muss nicht mit jedem Band schlechter werden als wären dem Autor irgendwann die Ideen ausgegangen. Marie Lu hat es mit Champion bewiesen. Für mich ein würdiger Abschluss der Geschichte um Day und June.

Die deutsche Übersetzung von Champion wird voraussichtlich im Herbst 2014 im Loewe-Verlag erscheinen. Wer auch endlich wissen will, wie es mit Day und June und der Republik weitergeht, sollte sich an das englischsprachige Original trauen, das wirklich sehr gut und leicht lesbar ist.

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