Kindal Debenham: Wolfhound

Veröffentlicht: Oktober 15, 2013 in 4 Sterne - Lesenswert, Abenteuer, Freundschaft, Gewalt, Krieg, Rezensionen, Science Fiction
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Seiten: 354
ISBN: 9781466077812

Wolfhound ist der Start in eine neue Military-SciFi-Serie und gleichzeitig Teil eines Amerikanisch-Deutschen Indie-Projekts des Autors Kindal Debenham und seines deutschen Übersetzers Michael Drecker.

Schauplatz dieser SciFi-Geschichte ist ein futuristisches Universum, in dem auf den unterschiedlichen Planeten und Raumstationen nicht nur rivalisierende Fraktionen gegeneinander kämpfen, sondern zusätzlich noch Piraten für Unruhe sorgen. Kriegerische Auseinandersetzungen und terroristische Bombenanschläge gehören zum Alltag.

Fähnrich Jacob Hull hat soeben die Militärakademie hinter sich gelassen und den ersten Schritt auf der Karriereleiter als Offizier in der Celostischen Navy gemacht. Sein erster Einsatzort ist die CNS Wolfhound. Stolz und Freude über seinen ersten Auftrag verpuffen jedoch ziemlich schnell, als Jacob erfährt, dass die Wolfhound keinen besonders guten Ruf haben soll. Es scheint so, als ob man dorthin all die Streithähne, Ausgestoßenen und Disziplinlosen geschickt hätte, um sie aus dem Weg zu haben.

Und tatsächlich läuft für Jacob nicht alles so, wie er es sich erhofft hat. Zwar findet er in den Fähnrichen Laurie Simms und Isaac Bellworth schnell neue Freunde, doch mit dem Rest der Mannschaft hat er so seine Probleme. Leider trifft er wieder auf einige Gesichter, die er nach der Militärakademie eigentlich gerne vergessen hätte. Weiterhin trägt die Tatsache, dass er nicht auf einem der Planeten geboren ist, nicht gerade zu seinem Ansehen bei. Da er außerdem seinen Vorgesetzten nicht unbedingt immer mit dem ihnen gebührenden Respekt und Gehorsam entgegentritt, bekommt er zunächst Aufgaben zugewiesen, die ihn nicht zufrieden stellen, da sie nicht seinen Interessen und Fähigkeiten entsprechen. Nur seine Freunde können ihn noch halbwegs bei Laune halten.

All dies ändert sich jedoch dramatisch, als die Wolfhound von Piraten angegriffen wird und die Hierarchie im Schiff völlig auf den Kopf gestellt wird. Da fast alle ranghohen Offiziere bei dem Angriff getötet werden, müssen die frisch gebackenen Fähnriche plötzlich Verantwortung übernehmen. Jacob erhält sogar von seinem sterbenden Kommandanten Rogers das Kommando über das Schiff. Von nun an muss er nicht nur versuchen, Schiff und Crew irgendwie heile wieder nach Hause zu bekommen, sondern auch gegen Meuterei, Abneigung, Misstrauen und Eifersucht ankämpfen. Als weitere Angriffe drohen, muss sich die Mannschaft aber zusammenreißen, um überhaupt eine Chance zu haben, zu überleben und nicht versklavt zu werden.

Mir hat Wolfhound ausgesprochen gut gefallen, auch wenn ich ansonsten kein Dauergast am Military SciFi-Regal in den Buchhandlungen bin. Die Geschichte ist nicht nur sehr actiongeladen, wenn sie die Protagonisten von einer Angriffswelle in die nächste jagt, sondern lebt auch sehr stark von den zwischenmenschlichen Spannungen und der Entwicklung der einzelnen Charaktere. Militärinsider mögen die permanent vorhandene latente Disziplinlosigkeit und den Ungehorsam für unrealistisch halten; rein menschlich gesehen finde ich es ziemlich nachvollziehbar, dass nicht jeder einem frisch gebackenen Offizier die Leitung eines Schiffs und damit auch sein Leben anvertraut, auch wenn ein sterbender Kommandant dies für richtig gehalten haben mag. Die Machtkämpfe und Eifersüchteleien erscheinen mir durchaus glaubhaft. Jacob selbst muss bei allem, was um ihn herum passiert, auch eine rasante Entwicklung durchmachen und lernen, auf sich selbst und auch anderen zu vertrauen. Seine Erfolge fährt er nicht ein, weil er ein Superheld ist, sondern mit einer Mischung aus Talent, Verantwortungsgefühl, Teamgeist und nicht zuletzt einer gehörigen Portion Glück.

Als Nicht-Military-Spezialist hat mir gut gefallen, dass ich nicht mit einer Reihe möglichst „origineller“, doch kaum lesbarer Namen, sei es von Planeten, Menschen oder Fachbegriffen bombardiert worden bin. Das Infodumping hat der Autor auf das notwendige Minimum beschränkt und dafür mehr Platz für die Geschichte gelassen.

Wolfhound hat mir gezeigt, dass es sich auch lohnt, öfter mal abseits des Mainstreams bei Indieautoren zuzugreifen. Der Nachfolger „Badger“ in der Jacob-Hull-Serie ist bereits auf dem amerikanischen Markt erschienen und ich hoffe, dass auch er seinen Weg nach Deutschland finden wird. (Nicht nur) für jugendliche SciFi-Fans ein spannendes Lesevergnügen.

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