Rainer Wekwerth: Das Labyrinth erwacht

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 in 4 Sterne - Lesenswert, Abenteuer, Dystopie, Fantasy, Freundschaft, Gewalt, Mystery, Rezensionen, Thriller
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Wer immer hinter alldem steckt, er hat uns alles genommen. Unser Leben, unsere Erinnerungen und sogar unsere Zukunft, und ich lasse mir nicht auch noch meine Würde nehmen.
Mary in „Das Labyrinth erwacht“

Sieben Jugendliche wachen in der Einsamkeit einer ihnen unbekannten Steppenlandschaft auf – nackt und ohne Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Lediglich ihr eigener Name ist ihnen bekannt. Ein Rucksack für jeden versorgt sie mit jeweils gleicher Kleidung, Nahrung und einigen Werkzeugen zum Überleben.

Nur eine einzelne Botschaft ist an sie alle gerichtet, die besagt:

Ihr befindet euch in einem Labyrinth, das aus sechs Welten besteht.
In jeder Welt gibt es Portale, die zur nächsten Welt führen.
Am Ende des Weges liegt die Freiheit.

ABER:
Für jede Welt sind nur zweiundsiebzig Stunden Zeit.
In jeder Welt ist ein Tor weniger zu finden, als es Suchende gibt.
Am Ende kann nur einer das Labyrinth überleben.
Die anderen sind verloren.

An Rainer Wekwerths Thriller „Das Labyrinth erwacht“ hat mich zunächst einmal vor allem das Cover neugierig gemacht, das Spannung und Mysteriöses verspricht (und das ganz nebenbei auch Jungs und Erwachsene ins Regal stellen können, ohne dass man etwas davorstellen muss, um sich vom Kitschverdacht zu befreien ;-)).

Inhaltlich erinnert es ein wenig an den Überlebenskampf von Katniss in Suzanne Collins „Hunger Games“ oder an Dashners „Die Auserwählten“. Diesen Vergleich müssen in den letzten ein bis zwei Jahren aber wohl sehr viele Jugendbücher über sich ergehen lassen.

Wekwerth gelingt es trotz gewisser Ähnlichkeiten zu diesen Serien, eine ganz eigene Welt zu erschaffen, die viele Fragen aufwirft. Wer oder was steckt hinter dem Labyrinth? Befinden sich die Jugendlichen in einer Parallelwelt? In der Zukunft? In einem riesigen Labor? Warum kennt das Labyrinth ihre Ängste und spielt mit ihnen?

Der Autor nimmt sich Zeit, die Charaktere zu beschreiben. Man bekommt als Leser die Chance, sich in die ganz unterschiedlichen Figuren hineinzuversetzen, sie zu mögen, sie zu bewundern oder zu verachten, um dann einige Seiten später von ihrem Verhalten überrascht zu werden. Gemeinsam mit den Protagonisten erfährt man wie in einem Puzzle schrittweise Bruchstücke über ihre Vergangenheit und ihre größten Ängste, die wiederum immer wieder Schlüsselmomente im Labyrinth bilden.

Ich bin sehr gespannt, wie Wekwerth seine Serie fortsetzt. Auch wenn die Grundideen seines Thrillers nicht brandneu sind und die Geschichte einige Logiklöcher aufweist, hat mich der Auftakt seiner Labyrinth-Serie gefesselt und macht mich neugierig, was das Geheimnis des Labyrinths ist. Durch dieses Geheimnis ist auch unklar, in welches Genre der Thriller einzuordnen ist – Dystopie, Fantasy, Mystery,…?  Sprachlich ist dieses Jugendbuch eher relativ schlicht, aber auf keinen Fall eintönig geschrieben und lässt sich in wenigen Stunden durchschmökern. Lesenswert!

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