Alex , Levi und Max sind drei Jugendliche, die kaum unterschiedlicher sein könnten.

Alex ist der Sohn eines Wildhüters und ist selbst am liebsten den ganzen Tag draußen in der Natur mit seiner Waffe auf der Jagd oder kümmert sich um Tiere. Er ist ein Einzelgänger, der wenig redet und kaum Kontakt zu seinen Altersgenossen hat.

Levi lebt allein mit seiner Mutter, die überängstlich über jeden seiner Schritte Bescheid wissen muss, damit ihm ja nichts passiert. Im Vergleich zu Alex ist er fröhlich und aufgeschlossen und geht gerne auf jeden zu und mit Waffen hat er so gar nichts am Hut.

Max ist ein absolutes „Chaos-Kid“, der Schrecken, wenn nicht sogar die große Enttäuschung seiner Eltern, die ihn genauso wie seinen Vater und seinen vorbildlichen großen Bruder gerne als Soldaten sehen würden. Daraus wird aber wohl nichts, da Max wieder einmal von der Schule geflogen ist und eigentlich in jeder Lebenslage auf Konfrontation aus zu sein scheint. So unberechenbar wie er rüberkommt, sollte eine Waffe in seiner Hand nichts zu suchen haben.

Trotz aller Gegensätze finden die drei Jungs zueinander und hängen häufiger zusammen ab. Bei einem ihrer Streifzüge in einem nahegelegenen militärischen Sperrgebiet stoßen sie in einem gut gesicherten Versteck auf einen Haufen illegaler Waffen. Alex will damit nichts zu tun haben, da er ahnt, wie gefährlich und brisant dieser Fund werden kann. Levi und Max werden jedoch immer wieder magisch von den Waffen angezogen, denn damit kann man womöglich Geld machen!

Dummerweise werden die beiden bei einem ihrer illegalen Besuche im Sperrgebiet von Soldaten erwischt. Max rastet aus und verletzt einen der Soldaten schwer. Voller Panik rennt er davon, da er um sein Leben fürchtet. Zu Recht, denn die kampferprobten Soldaten wollen ihn nicht nur bestrafen, weil er einen ihrer Kameraden verletzt hat. Zusätzlich hat irgendjemand größtes Interesse daran, dass die Öffentlichkeit nichts über das Waffenlager erfährt. Auf der Flucht durch das tückische Moor bahnt sich eine Katastrophe an…

Ally Kennen beschreibt in ihrem Thriller „Bullet Boys“ drei Freunde, die eigentlich keine Freunde sind, sondern eher eine Zweckgemeinschaft, im Verlauf des Buches jedoch sehr viel Solidarität und Rückhalt zeigen. Die drei Jugendlichen sind, jeder auf seine Art, Außenseiter, aber mit völlig glaubwürdigen jugendtypischen Problemen: Zoff mit den Eltern und der Schule, nicht so rechte Ahnung, was die Zukunft bringen soll oder Kampf um Akzeptanz.

Trotzdem ist Kennens Thriller kein „normales“ Jugendbuch, in dem es um alltägliches Erwachsenwerden geht. Der Waffenfund und die anschließende Flucht und Rettungsaktion sind sehr spannend und es gibt immer wieder Wendungen, mit denen der Leser nicht zwingend rechnet. Jeder der Jugendlichen geht verändert aus der Geschichte heraus, wobei ich den Weg, den Max am Ende geht, überhaupt nicht nachvollziehen kann. So toll ich die mehr als 300 Seiten Thriller fand, mit den letzten beiden Seiten konnte ich gar nichts anfangen – war das Ally Kennens Ernst?

Alles zusammen genommen kann ich aber nicht anders, als volle Punktzahl zu geben für einen spannenden und provokanten Thriller, der sehr gut, aber keinesfalls nur für männliche jugendliche Leser geeignet ist.

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