Kristen Simmons: Artikel 5

Veröffentlicht: Mai 27, 2013 in 4 Sterne - Lesenswert, Andere Länder, Dystopie, Gewalt, Krieg, Rezensionen
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Die 17jährige Ember lebt in den Vereinigten Staaten der Zukunft. Nach Kriegen und Aufständen wird Amerika von einer totalitären Regierung beherrscht, deren harte und extrem konservative Gesetze von der grausamen und fanatischen so genannten Moralmiliz durchgesetzt werden. Wer gegen einen der fünf Artikel der Moralstatuten der Vereinigten Staaten von Amerika verstößt, wird verhaftet und womöglich sogar mit dem Tode bestraft.

Ember versucht gemeinsam mit ihrer Mutter ein möglichst unauffälliges Leben zu führen, um nicht in den Focus der Miliz zu geraten. Trotz aller Schutzmaßnahmen werden die beiden aber dennoch festgenommen, denn ihnen werden gleich mehrere Verstöße gegen die Moralstatuten vorgeworfen. Ihr „Verbrechen“: Embers Mutter ist alleinerziehend und verstößt damit gegen Artikel 3 der Moralstatuten, der besagt, dass eine vollständige Familie aus einem Mann, einer Frau und mindestens einem Kind bestehen müsse. Damit ist automatisch auch Ember eine „Verbrecherin“, denn gemäß Artikel 5 wird nur als vollwertiger Staatsbürger anerkannt, wer als Kind eines verheirateten Paares auf die Welt kommt.

Ember und ihre Mutter werden bei der Verhaftung getrennt und Ember wird in eine Resozialisierungsanstalt für Mädchen gesteckt, in der Hass, Gewalt und Willkür der fanatischen Vertreter der Moralmiliz den Mädchen das Leben zu Hölle machen. Für Ember gibt es nur ein Ziel. Sie muss um jeden Preis aus der Anstalt flüchten, um ihre Mutter wieder zu finden und zu retten. Dabei muss sie jedoch die Hilfe von Menschen in Anspruch nehmen, die anscheinend auf der feindlichen Seite stehen. Kein Wunder, dass es ihr nicht leicht fällt, Vertrauen zu fassen, doch ihr bleibt keine Wahl, wenn sie nicht nur um ihr eigenes, sondern auch um das Überleben ihrer Mutter kämpfen will.

Kristen Simmons Dystopie ARTIKEL 5 schafft ein sehr düsteres Zukunftsszenario, in dem die Bürger Amerikas wie Sklaven bis in ihren Alltag hinein knallhart überwacht und kontrolliert werden. Wer nicht den Regeln entspricht, der verschwindet auf Nimmerwiedersehn. Schikane, Demütigung und Folter sind in der Haft der Angeklagten an der Tagesordnung, die Todesstrafe scheinbar reine Willkür.

Die Grausamkeiten des totalitären Regimes sind für den Leser extrem hart und lassen einen häufig zusammenzucken und die Faust in der Tasche ballen. Unrealistisch sind sie leider nicht, denn in der Geschichte der Welt hat es bekanntermaßen schon häufiger ähnlich totalitäre Regierungen gegeben.

Mit der weiblichen Hauptfigur Ember bin ich nicht immer hundertprozentig klargekommen. Sie wirkt häufig sehr naiv und dickköpfig und ich konnte viele ihrer Aktionen nicht so richtig nachvollziehen. Spannender fand ich da ihren Feind/Freund Chase, der in dem gewalttätigen System nur scheinbar ein Täter ist, tatsächlich aber auch zu den Opfern gehört und große Schwierigkeiten hat, mit seiner Schuld umzugehen.

Alles in allem ist der Autorin eine sehr spannende und auch nachdenklich machende Dystopie gelungen, die mich neugierig darauf macht, wie es mit den Protagonisten weitergeht. Ich freue mich schon auf den Folgeband – eine klare Leseempfehlung (nicht nur) für jugendliche Dystopiefans.

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Kommentare
  1. Mandy sagt:

    Huhu,
    ich kann dir nur zustimmen. Ich habe das Buch verschlungen und freue mich schon sehr auf den 2. Band.
    LG Mandy

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