Rainer M. Schröder: Liberty 9 – Todeszone

Veröffentlicht: Mai 14, 2013 in 4 Sterne - Lesenswert, Dystopie, Freundschaft, Gewalt, Rezensionen, Science Fiction, Thriller
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Liberty 9 wird heute das Joch der Tyrannei abwerfen und frei sein – koste es, was es wolle.
Carson in Liberty 9 – Todeszone

Nachdem Kendira und Dante im Vorgängerband „Liberty 9 – Sicherheitszone“ entdeckt haben, dass ihr ganzes bisheriges Leben im Liberty Valley eine einzige Lüge war und sie um ihre Zukunft betrogen werden sollen, entschließen sie sich mit einigen Freunden zur Flucht. Tatsächlich gelingt ihnen das scheinbar Unmögliche, einen Weg aus dem Hochsicherheitstrakt der Sicherheitszone von Liberty Valley zu finden. Als sie beginnen, das ganze Ausmaß des Betrugs zu durchschauen, entschließen sie sich, nicht nur ihre Freunde in Liberty 9 und im Lichttempel zu befreien, sondern gegen das mörderische System zu kämpfen und die verantwortlichen Oberen zu stürzen. Um die dafür nötige Kampfkraft zu bekommen, sind sie gezwungen, einen Pakt mit den kämpferischen Clans aus dem außerhalb der Sicherheitszone gelegenen Totenwald zu schließen. Damit treten sie eine Lawine der Gewalt los, von der sie selbst bedroht sind, verschlungen zu werden.

Wurde im ersten Liberty 9-Band der Focus der Geschichte auf die vermeintlich schöne und sichere Scheinwelt des Liberty Valleys gelegt, die langsam droht, Risse zu bekommen, eröffnet sich jetzt für den Leser der ganze Schrecken der Außenwelt außerhalb der Sicherheitszone. Kendira, Dante, Carsen und ihre Freunde werden immer wieder auf eine Probe gestellt, ob sich ihr Rettungseinsatz tatsächlich lohnt, denn die Gefahren, die sie überstehen und die Opfer die sie bringen müssen, sind unvorstellbar hart. Meine Hoffnung am Ende des ersten Bandes, dass Band zwei mehr Informationen über die Außenwelt und die Drahtzieher hinter dem Lügenkonstrukt von Liberty 9 bietet, hat sich voll erfüllt. Dem Autor ist es mit dem Gesamtpaket gelungen, eine komplexe Welt zu schaffen, in der die wahren Privilegierten nicht in Liberty 9 leben, sondern die Elektoren nur grausam für ihre Zwecke missbrauchen.

Die Titel der beiden Liberty 9 – Bände bieten schon fast eine Kurzbeschreibung. Während die Sicherheitszone (wenn auch trügerischen) Schutz bietet, tobt in der Todeszone das Chaos und sowohl Bewohner als auch Durchreisende werden permanent von tödlichen Gefahren bedroht. Liberty 9 – Todeszone ist deutlich actiongeladener und auch brutaler als der erste Teil. Die Brutalität beschränkt sich aber nicht nur auf die direkten Gefahren, sondern auch auf das hinterhältige Konzept von Liberty 9, über das ich jedoch an dieser Stelle nicht mehr verrate, um nicht die Spannung zu verderben.

Meiner Meinung nach lebt die Geschichte hauptsächlich von der Action und Spannung, sowie der Grundidee, die hinter Liberty 9 steckt. Die Hauptfiguren waren für mich nicht immer wirklich greifbar, da ihre Beschreibung kaum wirklich in die Tiefe geht.

Erschreckend und bedrückend fand ich die Szenen im Kraftwerk. Ob sich die Techniker im zerstörten Kraftwerk in Fukushima genauso fühlen…?

Insgesamt gesehen hat mir Liberty 9 sehr gut gefallen, vor allem da der zweite Band eine ganz andere Richtung eingeschlagen hat, als man nach dem ersten erwarten konnte – eine sehr lesenswerte Dystopie, die ich mit vier von fünf Sternen bewerte.

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