Marie Lu: Prodigy (Legend 2)

Veröffentlicht: April 10, 2013 in 5 Sterne - Unbedingt anschaffen!!, Abenteuer, Dystopie, Englisch, Freundschaft, Gewalt, Rezensionen
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Mit Prodigy setzt Marie Lu die Geschichte von Day und June fort. Die beiden Jugendlichen könnten kaum unterschiedlicher sein: June ist das reiche Mädchen, aufgewachsen mit den Ideologien der Republikaner und Day der arme Junge, der auf der Seite der Rebellen kämpft, ein Staatsfeind, der auf der Abschussliste steht. Obwohl eigentlich alles gegen eine Freundschaft sprechen müsste, haben die beiden gelernt, sich zu vertrauen und sind nach Days Befreiung aus der Gefangenschaft gemeinsam auf der Flucht. Sie sind auf dem Weg nach Las Vegas, wo sie bei patriotischen Rebellen Unterschlupf suchen und hoffen dort auf Hilfe, um Days kleinen Bruder Eden aus der Gefangenschaft der Republikaner zu befreien. Diese Unterstützung hat jedoch ihren Preis. Die Rebellen fordern, dass nach dem plötzlichen Tod des alten Elektor Primo auch dessen Sohn Anden, der neue Elektor, eliminiert werden muss – Day und June sollen ihn umbringen. Die beiden haben keine größeren Skrupel und stimmen diesem Mordkomplott zu, da sie wissen, wie grausam und brutal der vorhergehende Elektor war. June wird in Andens Nähe platziert, um sein Vertrauen zu erschleichen und ihn dann zu töten. Als sie Anden näher kennen lernt, geschieht jedoch etwas Unvorhergesehenes. Anden scheint andere Pläne zu haben als sein Vater und ehrlich daran interessiert, der Bevölkerung zu helfen. June kommt ins Zweifeln, ob sie auf dem richtigen Weg ist und muss überprüfen, auf wessen Seite sie eigentlich steht.

In diesem Mittelband der Legend-Trilogie mischt die Autorin Marie Lu die Karten komplett neu. Während in Legend recht klar war, wer die Guten und wer die Bösen sind, verschwimmen hier die Grenzen. Das hat für mich die Spannung im Vergleich zum ersten Band noch einmal deutlich erhöht. Immer wieder muss man sich auch als Leser entscheiden, ob alles, was man bislang zu wissen glaubte, wohl so richtig ist. Die politischen Verschwörungen und dramatischen Verstrickungen sind einfach fesselnd. Viele Wendungen, die die Geschichte nimmt, sind unvorhersehbar und auch die Charaktere sind nicht so eindimensional, dass man ihre Aktionen immer schon ahnen kann. Wer auf eine Vertiefung der Beziehung zwischen June und Day hofft, wird möglicherweise enttäuscht, da die beiden die meiste Zeit über räumlich voneinander getrennt sind. Dadurch geraten sie nicht nur in Zweifel über die gegenseitige Loyalität… Macht das die Situation noch komplizierter?

Nach einem einigermaßen ruhigen Start nimmt die Geschichte sehr schnell Fahrt auf und ist von da an vollgepackt mit Actionszenen. Auch wenn in vielen Trilogien der Mittelband eher der schwächste ist, hat mir Prodigy noch besser gefallen als sein Vorgänger. Ich bin daher sehr gespannt, wie es mit June und Day und nicht zuletzt mit der Republik Amerika weitergeht.

Die deutsche Übersetzung von Prodigy wird voraussichtlich im Herbst 2013 im Loewe-Verlag erscheinen. Wer bis dahin nicht warten mag, sollte sich an das englische Original trauen, das wirklich sehr gut und leicht lesbar ist.

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