David Meinke: Alles Böse mir vergib

Veröffentlicht: Februar 25, 2013 in 4 Sterne - Lesenswert, Drogen, Freundschaft, Meine Bewertungen, Rezensionen
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„Was auch immer ich in den vergangenen zwei Jahren – vielleicht sogar mein ganzes Leben lang – berührt hatte, war zu Scheiße geworden. Ich war ein beschissener König Midas.“
Nick in „Alles Böse mir vergib“ von David Meinke

Mit „Alles Böse mir vergib“ läutet David Meinke die Endphase der sechsbändigen Disconnected-Serie ein. Jetzt fehlt nur noch ein Band, um die Geschichte um Nick, Matheus und Liv und ihren verschwundenen Freund Jonathan zu Ende zu bringen. Wie schon im zweiten Teil „… dann fressen ihn die Raben“ erzählt Autor David Meinke aus der Perspektive von Nick.

Mittlerweile sind schon über zwei Jahre seit Jonathans Verschwinden vergangen und es gibt noch immer keine heiße Spur. Nur sporadische Facebook-Nachrichten von Ikarus, von dem aber niemand weiß, wer das eigentlich ist, geben einen Funken Hoffnung, dass Jonathan noch lebt und einfach irgendwo untergetaucht sein könnte.

Nick ist zunehmend völlig von der Rolle. Obwohl der Schulabschluss in greifbarer Nähe ist, schwänzt er fast täglich den Unterricht und ihm droht der Schulverweis. Seine Freunde haben kaum Zeit für ihn, weil sie entweder rund um die Uhr lernen oder sich wie Matheus frisch verliebt haben. Nick passt das nicht, aber er sieht einfach zu, wie sie sich immer weiter voneinander entfernen. Schlimmer noch, er resigniert, weil er spürt, dass ihm das alles immer öfter auch egal ist.

Ohne jeden Rückhalt von seinen Freunden oder der Familie gerät Nick immer stärker in den Sog von Alkohol und Drogen. Er probiert so ziemlich alles aus, was ihm ihn die Finger gerät ohne Rücksicht auf die Folgen für sich und andere. Selbst als ihm angeboten wird, auf einem Festival Drogen zu verkaufen, zuckt er nicht zurück, sondern greift einfach zu. Das bleibt aber nicht ohne Folgen.

David Meinke schildert stellenweise sehr drastisch, aber durchaus realistisch den Absturz eines Jugendlichen, der schlimme Erfahrungen gemacht hat und damit nicht klarkommt. Er fühlt sich einerseits von Freunden und Familie im Stich gelassen, wird aber auch von Selbstzweifeln geplagt und hat das Gefühl, dass er allen Leuten nur schadet, die mit ihm Kontakt haben. Irgendwie ist ihm alles völlig egal und er betäubt seine Gefühle mit Alkohol, Drogen und Sex. Viele Entscheidungen, die er trifft, gehen nach hinten los, so dass ihm für seine Zukunft fast wirklich nur die Bitte bleibt: „Alles Böse mir vergib“.

David Meinkes Buch ist kein Wohlfühlroman, dafür schwankt man zu sehr zwischen Mitgefühl für Nick oder dem Gefühl, ihm mal ordentlich in den ***** zu treten hin und her. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht losgelassen. Das einzige was mir gefehlt hat, war der Bezug zu Jonathan, ich hätte gerne mehr darüber erfahren, was jetzt aus ihm geworden ist. Ich bin gespannt, ob das im letzten Band überhaupt aufgeklärt wird …

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