Søren Jessen: God Game

Veröffentlicht: Januar 17, 2013 in 4 Sterne - Lesenswert, Abenteuer, Familie, Freundschaft, Rezensionen, Schule, Science Fiction
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Alles bedeutete etwas. Alles, was man tat und sagte war von Bedeutung. Jede noch so kleine Handlung zog weitere Handlungen nach sich, die in das Leben anderer Menschen eingriffen und dessen Verlauf änderten. Und wenn es nur ein ganz kleines bisschen war.
aus God Game von Søren Jessen ( S. 155)

Was würdest du tun, wenn du die Möglichkeit hättest, die Welt nach deinen Wünschen, Vorstellungen und Regeln zu steuern? Lässt du alles, wie es ist oder greifst du in den Lauf der Dinge ein? Änderst du nur dein direktes Umfeld oder regierst du die ganze Welt? Tust du Gutes oder Böses?

Genau diesen Fragen muss sich Mads stellen, der eines Tages auf der Suche nach gebrauchten Computerspielen, die er noch nicht kennt, auf eine CD mit der einfachen Aufschrift ALLES stößt. Neugierig geworden, was es mit diesem unbekannten Spiel auf sich haben könnte, installiert er ALLES zuhause auf seinem Computer und macht eine seltsame Entdeckung. Von seinem Computer aus kann er das Leben eines jeden x-beliebigen Menschen nicht nur beobachten, sondern auch beeinflussen und sogar Ereignisse, die er verändert hat, wieder rückgängig machen, wenn ihm das Ergebnis nicht gefällt. Anfangs ist Mads natürlich begeistert und probiert eine Menge aus, damit sein eigenes Leben besser läuft. Schon bald muss er jedoch feststellen, dass es gar nicht so einfach ist „Gott zu spielen“ und die Konsequenzen schrecklich sein können, obwohl er es eigentlich gut gemeint hat. Zu allem Überfluss gerät die CD dann auch noch in falsche Hände und nicht nur Mads Heimatstadt droht im Chaos zu versinken…

Die Ideen, die hinter GOD GAME stehen, sind sicherlich nicht neu. Es hat schon viele Hollywood-Filme gegeben, in denen die plötzliche Möglichkeit göttlicher Macht oder des wiederholten Erlebens eines Tages mit der Chance, seine Fehler wiedergutzumachen, thematisiert worden sind. Natürlich muss man nicht darüber nachdenken, wie logisch und realistisch so etwas ist, aber darum geht es meiner Meinung nach auch gar nicht.

Dem Autor Søren Jessen ist mit GOD GAME ein spannendes Jugendbuch gelungen, in dem er den Protagonisten Mads mit seinem Spiel ALLES die Möglichkeit gibt, seine jugendtypischen Probleme z.B. mit Schule, Eltern, Mädchen oder mobbenden Mitschülern zu lösen. Mads wirkt sympathisch und glaubwürdig, da er zwar einerseits versucht, das Bestmögliche für sich selbst herauszuholen, gleichzeitig aber anderen keinen Schaden zufügen will. Er macht sich Gedanken darüber, wie er etwas gegen Kriege oder den Hunger in der Welt tun könnte, muss aber resigniert feststellen, dass er damit einfach überfordert ist. Er hat einfach keine Ahnung und wo soll er anfangen?

Ein gelungenes Buch mit Spannung und Humor und der Möglichkeit zum Nachdenken, wenn man möchte – geeignet für Leser ab 12. Da die Ideen nicht so ganz neu sind und das Ende etwas zu plötzlich ist, gibt es von mir nicht die volle Punktzahl, aber auf jeden Fall die Empfehlung „Lesenswert- vier Sterne“.

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Kommentare
  1. Beatrix Alfs sagt:

    Der Verlag empfiehlt es zwar erst ab 13, aber das kommt immer auf den Einzelfall an. Mich hat lediglich das Ende gestört, das irgendwie zu kurz kam.

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