Die Autorin Cornelia Franz erzählt den Roman INS NORDLICHT BLICKEN jeweils kapitelweise abwechselnd aus dem Jahr 2020 und dem Jahr 2011, einmal aus der Sicht von Jonathan Querido und das andere Mal aus der Sicht von Pakkutaq Wildhausen.

Sommer 2020, Jonathan Querido befindet sich auf dem Kreuzfahrtschiff MS Alaska auf dem Weg nach Grönland. Eigentlich sollte dies eine schöne Fahrt sein, umgeben von Luxus, zurück in seine alte Heimat. Das Gegenteil ist für Jonathan jedoch der Fall, immer wieder überkommen ihn Panikattacken und er bereut es, nicht in Deutschland geblieben zu sein. Zu sehr plagen ihn die Schuldgefühle und düsteren Erinnerungen an seine Jugend. Kann er sich seiner düsteren Vergangenheit stellen oder bleibt sie sein dunkles Geheimnis?

Frühjahr 2011, Pakkutaq, genannt Pakku, verbringt seine Jugend in Grönland bei seinem alkoholkranken Vater. Sein Leben ist ziemlich trist und langweilig und deshalb entschließt er sich eines Tages, all dies hinter sich zu lassen und irgendwo anders ganz neu anzufangen. Gelingt ihm dies, ohne allzu viel damit kaputtzumachen?

Die kapitelweisen Perspektivwechsel sind der Autorin meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Damit wird sehr viel Spannung aufgebaut, auch wenn schon relativ bald klar wird, in welchem Zusammenhang Jonathan und Pakku zueinander stehen.
Die Langeweile in Pakkus Leben ist fast greifbar und man kann seine Unzufriedenheit sehr gut nachvollziehen. Für ihn wird der Druck immer größer, etwas Neues mit seinem Leben anzufangen.
Bei Jonathan verläuft die Entwicklung genau anders herum, die Angst und Panikattacken werden immer weiter abgebaut, je mehr er sich seiner Vergangenheit stellt und sie und damit letztendlich auch sich selbst akzeptiert.

Sehr interessant fand ich, wie Cornelia Franz die nicht soo weit entfernte Zukunft im Jahr 2020 beschrieben hat, in der der Klimawandel bereits deutliche Fortschritte (darf man ein so positives Wort dafür überhaupt verwenden?) gemacht hat. Im von ihr geschilderten Jahr 2020 ist Grönland weitgehend eisfrei und das Wasser der geschmolzenen Gletscher hat viele Küstenregionen rund um den Globus geflutet. Unrealistisch? Leider wahrscheinlich nein.

Der Autorin ist es jedenfalls sehr gut gelungen, mit diesem Roman auf Grönland aufmerksam zu machen, ein Land, das man in der Literatur nicht unbedingt immer so auf dem Schirm hat. Für mich eine sehr gelungen Geschichte, die fünf Sterne verdient – unbedingt anschaffen!

 

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Kommentare
  1. Josi sagt:

    Schöne Rezension 🙂 Zu deiner kleinen Frage: Ja, ich würde auch den Verlauf des Klimawandels als Fortschritt des Klimawandels bezeichnen, da das Wort meiner Meinung nach neutral ist und jeder Fortschritt nicht unbedingt positiv sein muss…. nur so als komischer Kommentar, den du vielleicht gar nicht zuordnen kannst ‚^^ Alles Liebe, Josi

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