S. J. Kincaid: Die Weltenspieler – Insignia

Veröffentlicht: Dezember 29, 2012 in 5 Sterne - Unbedingt anschaffen!!, Andere Länder, Computer, Freundschaft, Krieg, Science Fiction

Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der Dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im Vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.
Albert Einstein

Cover

Verlag: Goldmann
Seiten: 512
ISBN: 978-3-442-47834-7
Erscheinungsdatum: 19. November 2012

Die Erde in der nahen Zukunft: Aus einer eskalierten Diskussion ist der Dritte Weltkrieg entstanden; China und Russland kämpfen gegen das indo-amerikanische Bündnis – wegen Ressourcen auf fremden Planeten. Deshalb werden die Kämpfe auch ins Weltall ausgelagert, es kann nicht zu Toten auf der Erde kommen. Diese Kämpfe werden von Raumschiffen ausgetragen, die von Kombattanten auf der Erde gesteuert werden. Und zwar nicht mit Joystick und Konsole, sondern per Neuronalprozessor – einem direkt im Gehirn implantierten Computer, mit dem die Kombattanten alles machen können und damit zu Superhirnen werden (wenn der Begriff hier passen würde).

Der 14-jährige Tom zieht mit seinem glücksspielenden Vater durch Amerika von einem Kasino zum nächsten und muss eigentlich selbst für die beiden sorgen, da sein Vater schon lange kein Glück mehr beim Spielen hat. Sein Geld für die Hotelzimmer verdient er sich bei Videogames in VR-Hallen, die ihn von seinem trostlosen Leben ablenken. Dort wird Tom auch von einem Offizier vom Pentagon angesprochen, da diesem sein großes Talent bei den Spielen aufgefallen ist. Der Offizier bietet ihm einen Platz als Rekrut an der Eliteschule des Pentagons an, was im Vergleich zu seiner vorherigen Online-Sonderschule natürlich der reinste Luxus ist, denn das bietet ihm die Möglichkeit, später als Kombattant für das indo-amerikanische Bündnis in die Camelot Company aufzusteigen – also mit den Raumschiffen gegen China bzw. Russland zu kämpfen.

Zunächst ist er von seinem Neuronalprozessor und dessen Möglichkeiten begeistert, findet sogar auch schnell Freunde. Doch schon bald zeigt sich die Kehrseite der Medaille: Korrupte Monopolkonzerne werben um Rekruten, um diese später in der Camelot Company zu sponsern. Und dabei verwenden sie nicht ganz ungefährliche Mittel und schrecken nicht vor Viren im Neuronalprozessor zurück, um die Rekruten zu beeinflussen oder sogar zu steuern…

„Insignia“ ist der erste Teil einer geplanten Trilogie und schon wieder ärgere ich mich, dass der nächste Band wahrscheinlich erst in einem Jahr erscheint – wie mittlerweile bei den allermeisten Büchern. Aber wenigstens hat die Autorin es sehr geschickt gemacht: Kein Cliffhanger, kein unzufriedenstellendes Ende. Die Geschichte dieses Buches hat ihr Ziel erreicht und hat das Potenzial, weiterzugehen. Dementsprechend müsste man nicht auch den zweiten Band kaufen, um die Geschichte zu verstehen. Deshalb schon mal ein ganz dickes DANKE!! an die Autorin.

S. J. Kincaids Schreibstil ist meiner Meinung nach sehr angenehm, ich war positiv überrascht: Die Sprache ist sehr angemessen für einen 14-jährigen und nicht so gewollt übertrieben mit Umgangssprache vollgepackt, sie war also sehr glaubwürdig. Trotzdem werden politische Machtzusammenhänge oder technische Dinge sehr leicht und flüssig in die Geschichte eingebunden; es wirkt keinesfalls abgehackt. Deshalb konnte man das Buch in einem Rutsch durchlesen, ich war innerhalb von einem Tag mit den gut 500 Seiten fertig – es gab genug Spannung und ich wurde als Leser neugierig.

Auch gut gefallen haben mir die Charaktere. Tom ist sehr sympatisch und der Leser kann Gedanken und Handlungen leicht nachvollziehen. Er ist eigentlich der typische Nicht-Held, bleibt sich im Verlauf der Geschichte aber selbst bzw. seinen Prinzipien treu, sodass er sich aus Autorität und Teamfähigkeit nicht viel macht. Zu den anderen Figuren: Vik, sein Zimmernachbar, freundet sich sehr schnell mit Tom an, Wyatt hat so gut wie keine Sozialkompetenzen, sie wirkt sogar autistisch und der immer gut gelaunte Ruse Yuri wird als Spion verdächtigt. Alle Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte nachvollziehbar und wurden mir sehr sympathisch, da sie alle ihre Macken haben und nicht wie oft in anderen Büchern scheinbar perfekt sind.

Beim Cover hatte ich eigentlich zuerst eher einen Jugendroman erwartet, aber es passt trotzdem sehr gut zur Geschichte. Wahrscheinlich hatte ich etwas anderes erwartet, weil auf den meisten Jugendbuchcovern nur noch Text, vielleicht Symbole, Gesichter oder Füße zu sehen sind :D.

Fazit: Ein sehr gelungenes Buch, Must-Have im Bücherregal. Bald wird es bestimmt recht erfolgreich werden.

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