Jori, Dany und Leonie sind drei High-Society-Mädchen, die glauben, dass ihnen die Welt gehört. Aus purer Langeweile schikanieren sie andere, von denen die drei glauben, dass sie nicht gut genug für sie seien. In den Sommerferien ist der neue junge Poolboy von Joris Familie dran. Immer dreister provozieren sie ihn, bis irgendwann die Situation eskaliert und der Jugendliche von einem Tag auf den anderen verschwindet. Kurze Zeit später schwimmen im Pool drei Streichholzschachteln (Matchboxes) für die Freundinnen mit jeweils der gleichen Botschaft: ICH KENNE DEINE SCHMUTZIGEN GEHEIMNISSE. Der Matchbox Boy belässt es jedoch nicht bei diesen drohenden Botschaften, sondern stellt als Rache für die Schikanen Andeutungen und peinliche Informationen über die Mädchen ins Internet. Begeistert saugen nicht nur Klassenkameraden und Mitschüler die Informationen auf und tratschen sie weiter. Es formiert sich eine immer größer werdende anonyme Netzgemeinde, die sich am Cybermobbing beteiligt. Für Jory, Dany und Leonie ist der Absturz von den vermeintlich beliebtesten und gefeierten „Stars“ der Schule zu den Geächteten, die nur noch Nutte, Heilige und Falsche Schlange genannt werden, sehr tief und schmerzhaft.

Ihr Luxusleben gerät nicht nur völlig aus dem Ruder, es besteht sogar die Gefahr, dass der Rachefeldzug tödlich enden könnte, denn der Mob kennt keine Gnade …

Alice Gabathulers Psychothriller hat mir sehr gut gefallen. Schon das Titelbild mit den weit heruntergebrannten vier Streichhölzern signalisiert, dass hier mehrere Personen nicht nur mit Feuer gespielt, sondern sich wahrscheinlich auch die Finger verbrannt haben.

Das Mobbing der drei Mädchen aus Überheblichkeit und Langeweile wirkt ebenso glaubwürdig, wie das spätere Cybermobbing mit umgekehrten Vorzeichen, bei dem Schadenfreude, Neid und Sensationsgier in der anonymen Masse eine große Rolle spielen. Die Autorin schafft es, mit diesem Psychothriller eine sehr spannende und realistische Geschichte zu schaffen, in der man mit den Hauptfiguren mitfiebert, ohne sich mit ihnen zu identifizieren. Die Charaktere sind nicht schwarz/weiß gezeichnet, oftmals kann man gar nicht genau sagen, auf welcher Seite man steht, wer „gut“ und wer „böse“ ist. An manchen Stellen konnte ich mir beim Lesen eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen, obwohl klar war, dass die Richtung, die die Rache genommen hat, definitiv zu heftig war.

Alles in allem ein sehr interessanter Thriller über (Cyber-)Mobbing, der zeigt, wie im Internet mit nur wenigen Klicks eine gewaltige Lawine mit großen Folgen losgetreten werden kann. Dabei arbeitet die Autorin glücklicherweise aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger.

Ein 5-Sterne-Buch: unbedingt lesen!!

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Kommentare
  1. Beatrix Alfs sagt:

    Dem kann ich nur zustimmen: Der Thriller ist interessant und informiert über die Gefahren des Cyber-Mobbings. Von Anfang an wird der Leser an das Buch gefesselt.

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