Kristina Dunker: Die Angst der Bösen

Veröffentlicht: Oktober 20, 2012 in 4 Sterne - Lesenswert, Freundschaft, Gewalt, Kriminalität, Rezensionen
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Nach Streitereien auf einer Klassenfahrt macht sich eine Clique noch mal auf den Weg, um irgendwo zu chillen, etwas zu trinken, ein bisschen Stress zu machen, einfach besser drauf zu kommen. Doch die Stimmung in der Gruppe wird immer schlechter. Da kommt ihnen gerade recht, dass Martin, ein jugendlicher Obdachloser es „wagt“, sie anzusprechen und um ein bisschen Geld anzuschnorren. Schnell entladen sich der ganze Frust und die ganze Aggression der Gruppe an Martin und obwohl dieser noch versucht, zu beschwichtigen, liegt er schon bald blutüberströmt am Boden. Sven, der schlimmste Schläger der Clique, nimmt Martin zusätzlich das noch fast neue Handy ab. Erst später wird sich herausstellen, dass dies ein verhängnisvoller, ja sogar tödlicher Fehler war.

Nachdem der Vorfall nach einigen Wochen für die meisten schon fast vergessen scheint, holen sie ihre Taten wieder ein. Es gibt jemanden, dem das Verschwinden des Obdachlosen aufgefallen ist und der sich dafür rächen will. Zuerst droht dieser Unbekannte nur, doch danach knöpft er sich die Täter der Reihe nach vor …

Die Autorin Kristina Dunker beschreibt in DIE ANGST DER BÖSEN gleich zu Beginn eine Szene sinnloser Gewalt, die so oder so ähnlich wohl leider gar nicht so selten vorkommt. Auch die Tatsache, dass die Polizei den Fall recht schnell zu den Akten legt, weil sowohl Opfer als auch Täter im Obdachlosenmilieu vermutet werden, scheint nicht an den Haaren herbeigezogen.

Der Rachefeldzug, der danach kommt ist sehr beklemmend und spannend, auch wenn die Handlung über ein paar Logiklöcher rumpelt (z.B. woher hat der „Rächer“ die ersten Informationen über die vermutlichen Täter??). Die Panik, die die Mitglieder der Clique erfasst, ist fast greifbar, wenn sie die Gefahr im Nacken spüren, aber nicht wissen, auf wen oder was sie achten müssen. Sind sie wirklich die Bösen? Haben sie das alles wirklich so gewollt? Trifft der Rächer womöglich die Falschen?

Kristina Dunker gelingt es, die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten. Überraschend, aber überzeugend kommt der letzte Satz, der dem Roman wieder eine ganz eigene Richtung gibt, die den Leser nachdenklich zurücklässt.

Die Logiklöcher haben meinen Lesespaß ein kleines bisschen gestört, so dass es „nur“ 4 Sterne von mir gibt – trotzdem ein absolut lesenswertes Buch.

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Kommentare
  1. Ein spannender Jugendroman, der u.a. durchblicken lässt, dass auf Gewalt immer auch Gewalt folgt.

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