John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Veröffentlicht: Oktober 16, 2012 in 5 Sterne - Unbedingt anschaffen!!, Freundschaft, Philosophie, Rezensionen
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Hazel ist 16 und unheilbar an Krebs erkrankt. Bei ihr geht es nicht mehr darum, mit Medikamenten auf Heilung zu hoffen, sondern lediglich die verbleibende Lebensqualität zu verbessern und noch ein paar mehr Monate herauszuholen. Schon seit einer Weile hat sie kaum noch Kontakt zu Außenwelt, geht nicht mehr in die Schule oder trifft sich nicht mehr mit ehemaligen Schulfreunden. Der Grund dafür ist, dass sie einfach keine Lust hat, das Mitleid in den Augen der anderen zu sehen. Ihre Eltern, die sich voller Sorge um sie kümmern, überreden sie jedoch dazu, zumindest zu den regelmäßigen Treffen der Krebs-Selbsthilfegruppe zu gehen. Dort lernt Hazel auch Gus kennen, der ebenfalls an Krebs erkrankt war, aber nach einer Beinamputation große Hoffnung auf dauerhafte Heilung hat. Obwohl Hazel eigentlich niemandem eine Beziehung mit ihr zumuten will, entsteht doch bald mehr als nur Freundschaft zwischen den beiden…

DAS SCHICKSAL IST EIN MIESER VERRÄTER habe ich mir zum Lesen ausgeliehen, weil es mir als sehr gut empfohlen worden war. Da ich mich vorher ehrlich gesagt gar nicht genau schlau gemacht habe, worum es in dem Buch eigentlich geht, war ich beim Aufschlagen des Buchs etwas überrascht – okaaayy, ein Krebsbuch?! Mir ging es bis dahin im Grunde so wie der Hauptfigur Hazel, die sagt: „Krebsbücher sind doof.“ Nun gut, jetzt hatte ich das Buch aber schon einmal, habe es gelesen und war extrem positiv überrascht.

Natürlich drückt auch dieser Roman mit einem so ernsten Thema stark auf die Tränendrüse (alles andere wäre wohl auch unpassend), aber der Schwerpunkt liegt überhaupt nicht darauf. Dem Autor John Green gelingt es meiner Meinung nach sehr gut, das Lebensgefühl der betroffenen Jugendlichen und ihres Umfelds wiederzugeben, denn NOCH haben sie ein Leben, das nicht nur mies ist. Mit einer schon fast schnoddrigen Sprache, viel tiefschwarzem Humor, Ironie und Sarkasmus versuchen Hazel, Gus und ihre Freunde ihren Problemen die Schwere zu nehmen und haben mich als Leser oft zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken gebracht. Mir hat sehr gut gefallen, dass sie, obwohl sie gemeinsam ihre Grabreden planen, im Hier und Jetzt leben und so gut es geht, die Gegenwart genießen, auch wenn sie dabei schon mal ihre Kräfte überschätzen …

Wer nah am Wasser gebaut hat und/oder zur Krebsthematik eine sehr emotionale Verbindung hat, sollte von diesem Buch vermutlich besser die Finger lassen. Allen anderen wird das Thema Krebs und möglicher Tod von Jugendlichen ohne den erhobenen Zeigefinger nahegebracht. Man setzt sich damit auseinander, wird stellenweise geschockt, aber nicht zu sehr abgeschreckt. Stattdessen wird immer wieder gezeigt, dass die Patienten eigentlich wie du und ich sind, mit Hoffnungen, Träumen, Plänen und Wünschen und wenn man sie nicht mit Mitleid überschüttet, auch Spaß am Leben…

Ein für mich überraschend gutes Buch – volle Punktzahl!

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Kommentare
  1. readeralex sagt:

    Jepp, danke für den Tipp. Nachdem ich Will & Will von Green nicht ganz so toll fand, hätte ich mir wahrscheinlich Das Schicksal ist ein mieser Verräter verkniffen – und etwas verpasst…
    Schade, dass es in Frankfurt nicht geklappt hat – aber die nächste Buchmesse kommt bestimmt ;-).

  2. Dani sagt:

    Juchu – total klasse, dass es dir so gut gefallen hat! Du hast es auch genau richtig gemacht, an das Buch ranzugehen, ohne vorher viel darüber zu wissen. Genauso war es bei mir auch!

    Tut mir auch echt leid, dass es auf der Messe nicht mehr geklappt hat. Ich konnte mir einfach nicht genug Zeit freischaufeln, sonst hätte ich mich sofort gemeldet. Vielleicht klappt’s beim nächsten Mal 🙂

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