Anne Cassidy: Die einzige Zeugin

Veröffentlicht: September 26, 2012 in 4 Sterne - Lesenswert, Familie, Freundschaft, Gewalt, Psychologie, Thriller
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Lauren ist als kleines Mädchen Zeugin eines schrecklichen Verbrechens geworden, bei dem ihre Mutter und ihre kleine Schwester ermordet worden sind. Seitdem lebt sie bei ihrer Tante und deren Lebensgefährten. Mittlerweile sind über zehn Jahre vergangen und die 17jährige kann sich kaum noch an jene schreckliche Nacht erinnern. Erst als Lauren ihr früheres Elternhaus wiedersieht, kehren plötzlich die verdrängten Erinnerungen zurück und sie muss sich die Frage stellen, ob das was sie damals gesehen hat, wirklich der Wahrheit entsprach. Ist womöglich ein Unschuldiger ihretwegen ins Gefängnis gekommen?

Der Klappentext und das Cover haben mich auf einen spannenden Thriller hoffen lassen. Nach dem Lesen kann ich diese Einordnung nicht wirklich nachvollziehen. Anne Cassidy beschreibt in ihrem Buch das Leben der 17jährigen Lauren, die ziemlich unangepasst ihren eigenen Lebensstil lebt und sich nebenbei unter anderem mit der Trennung ihrer Zieheltern auseinandersetzen muss. Im Grunde geht es nicht um die Morde, sondern darum, wie Lauren so langsam zulässt, sich mit ihrer dramatischen Vergangenheit auseinanderzusetzen und sie zu verarbeiten. Dieser Prozess ist für sie mühsam und schmerzhaft, zumal sie nur wenig von ihrem Umfeld dabei unterstützt wird.

Es war interessant für mich zu lesen, wie Lauren sich Schritt für Schritt der Vergangenheit nähert, während sie gleichzeitig ihren Alltag mit all seinen Problemen auf die Reihe bekommen muss. Auch das Ende mit einem unverhüllten Blick auf die Vergangenheit hat mir gut gefallen, da es sowohl überraschend als auch glaubwürdig war. Durch den leichten und angenehmen Schreibstil der Autorin bin ich gut in Lesefluss gekommen, dennoch hat mich das Buch nicht wirklich „gethrillt“ in dem Sinne, dass die Spannung nicht permanent hochgehalten wurde. Passender wäre meiner Meinung nach eher die Einordnung als Psychothriller, da es weniger um Spannung oder Action geht, sondern um die emotionalen Konflikte, die Lauren wegen ihrer frühen Erlebnisse aufarbeiten muss.

Wer mit mehr „Psycho“ als „Thriller“ bei einem Buch gut leben kann, macht mit diesem Buch sicherlich nichts falsch. Von mir gibt es vier Sterne.

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