„Einfach Nein zu sagen ist also nicht wirklich moralisch zu rechtfertigen und auch nicht der sicherste Weg. Vielleicht sind zwei neue Homo-Arten gut für die Welt. Wie eine Versicherung.“
(Jane III auf Seite 128)

Tanja Jane Klark ist schon die fünfte Jane in einer Paläontologenfamilie – allesamt bekannte Forscherinnen auf diesem Gebiet. Deswegen nennt sie sich auch Jane V oder Jane reloaded – daher auch der Titel.

Nach langen Diskussionen mit ihrer Mutter und Großmutter darf sie nun das Labor in Laos besuchen, wo ihr Vater arbeitet – ihre Mutter hält als Artenschutzaktivistin gar nichts von Genexperimenten.

Denn zu diesem Zeitpunkt gibt die Technik schon einiges her: Im Laos-Labor wird der Homo erectus, der eigentlich schon vor 400.000 Jahren ausgestorbene aufrechte Mensch, wieder zum Leben erweckt. Hier trifft Jane den Homo erectus Jamie, mit dem sie spricht, ihn beobachtet und versucht, ihm das menschliche Sprechen beizubringen. Mit der Zeit nähern sich die beiden an und es beginnt eine sonderbare Freundschaft zwischen einem Frühmenschen und einem Homo sapiens

„Jane Reloaded“ war für mich irgendwie nicht ganz leichte Kost. Es spielt in der Zukunft, wo die Gentechnologie sehr weit fortgeschritten ist und dem Menschen viele neue Möglichkeiten eröffnet – dieses Thema hört sich eigentlich sehr interessant an, aber mich haben mehrere Sachen gestört: Zum einen hat man erst ziemlich spät erfahren, dass die Geschichte um 2200 gespielt hat. Ich denke, dass diese Information an diesem Punkt an den Anfang gehört, schließlich spielt der Zeitpunkt hier schon eine recht große Rolle. Außerdem fand ich, dass die Autorin viele Themen nur kurz angeschnitten hat und durch manche Erklärung der Lesefluss deswegen gestört wurde – der meiner Meinung nach sinnlose Perspektiv- und Zeitwechsel hat das auch nicht gerade wieder gut gemacht. Dazu kam noch, dass keine wirkliche Spannung zu finden war. Das kann aber daran liegen, dass ich durch die Klappentext etwas in die Irre geführt wurde.

Trotzdem kamen die Schilderungen der Begegnungen zwischen Jane und Jamie sehr gut und echt rüber. Auch gut hat mir die Beschreibung von Janes Gedankenwelt gefallen. Man konnte sich zwar kein so gutes Bild von ihrem oder anderen Charakteren bilden, aber hier liegt der Fokus eben anders als bei vielen der heutigen Romane.

Also: Spannendes und interessantes Thema mit richtig viel Potenzial und auch glaubwürdige Gedanken, aber aus gesagten Gründen kann ich leider nichts Besseres als 3 Sterne vergeben – vielleicht hätte es mir ja besser gefallen, wenn ich durch den Klappentext andere Erwartungen gehabt hätte. 100 Seiten mehr hätten glaube ich auch nicht geschadet.

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