Mike Lancaster: 0.4 – Eine perfekte neue Welt

Veröffentlicht: Juli 1, 2012 in 4 Sterne - Lesenswert, Dystopie, Freundschaft, Meine Bewertungen, Mystery, Rezensionen, Science Fiction
Schlagwörter:, , , , ,

Als Danny Birnie uns erzählte, er habe seine Schwester hypnotisiert, dachten wir, er spinnt.
Oder er lügt.
Oder beides.

Cover

Verlag: Oetinger
Seiten: 272
ISBN: 978-3-7891-4120-1

So beginnt die auf Band aufgezeichnete Geschichte von Kyle Straker, für den sich die Welt komplett verändert hat: Sein Freund Danny ist schon lange fasziniert von Zaubertricks und so versucht er sich an Hypnose. Nach einem ersten Erfolg bei seiner Schwester will er direkt bei dem jährlichen Talentwettbewerb in Millgrove, einer englischen Kleinstadt, teilnehmen. Kyle und seine Freunde wollen ihm die Nummer natürlich nicht abkaufen, doch sie melden sich als Freiwillige für die Hypnose, damit ihr Freund sich nicht völlig blamieren muss. Und die Hypnose funktioniert sogar tatsächlich! Doch als die vier „Versuchskaninchen“ wieder aufwachen, ist einiges schiefgelaufen.

Alle Zuschauer und auch Danny selber sind komplett erstarrt, blinzeln noch nicht einmal. Sämtliche Kommunikationsmittel sind lahmgelegt – die Telefone funktionieren nicht mehr und die Computer zeigen beim Einschalten irgendwelche Schriftzeichen, die nicht von der Erde stammen können.

Bald ist der Rest des Dorfs wieder von der Starre befreit, doch alle verhalten sich seltsam und immer noch funktionieren die Medien nicht mehr. Als Kyle dann seinen Hausarzt davon reden hört, er sei ein 0.4er, weiß er zwar nicht, was das bedeuten soll, aber dass die anderen nichts Gutes im Schilde führen. Sobald diese dann auch noch mutieren und sich durch kabelartige Verbindungen zu einem Netzwerk verbinden, fühlen sich die vier „Außenseiter“ dazu gezwungen, herauszufinden, was hier passiert ist. Aber in einer vermeintlich perfekten neuen Welt, in der man nicht sein darf, wer man ist, erscheint das gar nicht so einfach…


Kyles Geschichte wurde in 6 Teile, nämlich die beiden unterschiedlichen Seiten von 3 Kassetten, unterteilt. Dies erinnert jetzt zwar stark an „Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher, wirkt aber überhaupt nicht abgeschaut, da der Schreibstil komplett anders ist: Der Erzähler nimmt keine Informationen vorweg und durch die zahlreichen Anmerkungen eines scheinbar überlegenen Wesens kommt auch etwas Humor ins Spiel (am Anfang des Buches steht erstmal eine Gebrauchsanweisung für Bücher und diese Spezies hält die Teletubbies für Götter, die nur Kinder anbeteten ;-)). Nach etwas Verwirrung über diese Anmerkungen kommt der Leser aber schnell in den Lesefluss und dann kann man das Buch in kürzester Zeit durchlesen. Dadurch, dass das Buch so kurz ist, waren mir die Auflösung und das Ende viel zu kurz, weil einfach Monate und damit eine vielleicht ganz interessante Entwicklung der Charaktere übersprungen wurden – 100 Seiten drauf und das Buch wäre für mich perfekt gewesen.

Fazit: Eine durchaus lesenswerte Dystopie mit einem Ende im Zeitraffer, das aber trotzdem Neugier auf Neues weckt – vielleicht wird der zweite Band ja etwas ausführlicher!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s