Der 16jährige John Wynn Whitmore, von allen nur Jack genannt, lebt bei seinen Großeltern Wynn und Stella in Kalifornien. Obwohl seine Großeltern ihn lieben, hat Jack keinen besonders guten Kontakt zu ihnen, denn er wirft ihnen vor, dass seine Mutter unmittelbar nach seiner Geburt auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist.

Vor seinem ersten Highschool-Jahr plant Jack gemeinsam mit seinem besten Freund Conner eine Reise nach England. Eine Party vor der Abreise stellt Jacks bisheriges Leben auf den Kopf. Auf der Party stolpert er angetrunken in eine peinliche Situation und läuft aus dem Haus. Ein Fremder, der sich als Arzt vorstellt, spricht ihn an, um ihm zu helfen und nach Hause zu fahren. Obwohl er weiß, dass er eigentlich nicht mitfahren sollte, steigt er zu dem Fremden ins Auto, trinkt einen Schluck Wasser und schläft ein.

Als er wieder aufwacht, hat er höllische Schmerzen und liegt gefesselt auf einem Tisch. Der vermeintliche Arzt bedroht und foltert ihn und nur eine zufällige Störung verhindert, dass Jack von dem Mann sexuell missbraucht wird. Mit viel Glück kann Jack sich befreien und fliehen.

Nur seinem Freund Conner kann Jack erzählen, was ihm passiert ist. Gemeinsam planen sie Selbstjustiz, die jedoch völlig aus dem Ruder läuft. Der lange ersehnte Englandtrip soll Jack auf andere Gedanken bringen, doch er kann die traumatischen Erlebnisse und Schuldgefühle nicht einfach verdrängen.

In England lernt Jack einen Mann kennen, der ihm eine Brille, die Marbury Lens, überlässt, die ihm den Blick nach Marbury, ein grausames Paralleluniversum, zeigt. Diese Welt ist düster, voller mordender Wesen, Verzweiflung und Tod. Dort lernt Jack zwei jüngere Kinder kennen, für die er sich verantwortlich fühlt. Obwohl Jack merkt, dass ihm der Aufenthalt in dieser Parallelwelt nicht gut tut, verliert er sich immer weiter zwischen der Realität und Marbury und droht, den Verstand zu verlieren. Auch seine neue Liebe Nickie und sein Freund Conner können ihm nicht helfen, sein Trauma zu überwinden.

Das Cover des Buches hat mich auf eine völlig falsche Fährte gelockt. Ich habe einen Fantasyroman mit dystopischen Elementen erwartet und einen Thriller mit Horror, Mystery und reichlich psychologischen Anteilen bekommen.

Die Geschichte ist sehr verwirrend, wie Jack kann man sich als Leser manchmal kaum orientieren, wo die Realität aufhört und Marbury anfängt. Erlebt Jack die Horrorwelt Marbury wirklich oder spielt sich alles nur in seinem traumatisierten Hirn ab?

Die Sprache des Autors ist brutal, schonungslos und verursachte bei mir mehr als einmal eiskalte Schauer über den Rücken, passt jedoch zu Jacks Erlebnissen und anschließendem Trauma. Nur an einigen Stellen geht Andrew Smith meiner Meinung nach mit seinen Beschreibungen zu weit, zum Beispiel wenn er beschreibt, wie die Jugendlichen in Marbury mit ihren Opfern umgehen. Ich habe dieses Buch mit sehr gemischten Gefühlen gelesen. Die Geschichte ist spannend, absolut fesselnd, aber auch phasenweise zu verwirrend. Für jüngere Leser, die auf Fantasy hoffen, ist „The Marbury Lens“ definitiv nicht geeignet, da Jacks Erlebnisse einfach zu brutal und verstörend sind.

Mit meiner Bewertung kann ich mich kaum festlegen, die Spannung spricht für 5 Sterne, mangelnde Logik und die teilweise zu brutale Sprache eher nur für 3 Sterne. Unterm Strich gebe ich dann trotzdem 4 Sterne, denn besonders ist dieses Buch auf jeden Fall, etwas ähnliches habe ich noch nie gelesen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s