Gabriele Gferer: Infinity

Veröffentlicht: Mai 23, 2012 in 4 Sterne - Lesenswert, Freundschaft, Rezensionen, Thriller
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Cover

Verlag: Thienemann
Seiten: 320
ISBN: 978-3-522-20123-0

„Who wants to live forever?“

Diese und andere ethische Fragen zum Thema Gentechnik wirft Gabriele Gfrerer in ihrem Thriller Infinity auf.

Klara ist Schülerin der Sir-Karl-Popper-Schule in Wien, einem Elitegymnasium, und steht kurz vor der Matura. Ihr Leben scheint ziemlich perfekt und sie hat gute Freunde, mit denen sie sich regelmäßig trifft oder chattet. Nur ihr scheinbar größtes Problem, der Kleinkrieg mit ihrer Klassenkameradin und Lieblingsfeindin Lucie, der sich ewig darum dreht, wer von beiden wohl Klassenbeste ist oder den nächsten Wettbewerb gewinnt, nervt ein wenig.

Ihr Leben nimmt eine dramatische Wende, als in ihrem Freundeskreis unabhängig voneinander mehrere Jungen, die ansonsten absolut friedlich sind, ohne jeden erkennbaren Grund ausrasten und andere krankenhausreif prügeln. Zunächst befürchtet Klara, dass sie selbst ein wenig Schuld am Ausrasten eines Freundes sein könnte, erfährt dann aber schnell, dass dieses Phänomen plötzlicher Aggressivität bei Jugendlichen im ganzen Land aufzutreten scheint. Als ihr bester Kumpel Jonas nach einer Prügelei völlig weggetreten im Krankenhaus liegt und Richi, ein anderer Freund, spurlos verschwindet, will Klara der Sache auf den Grund gehen. Gemeinsam mit Alen, einem Studienkollegen Richis, und Lucie, die sie trotz aller Konkurrenz in diesem Fall einfach braucht, versucht sie, die Wahrheit herauszufinden.

Dabei machen die drei eine irritierende Entdeckung:

Alle betroffenen Jugendlichen sind in der gleichen Klinik zur Welt gekommen und
alle sind oder waren Popper-Schüler, sind also überdurchschnittlich intelligent.

Wo gibt es da einen Zusammenhang? Und wer steckt dahinter?

Schon bald merken Klara, Lucie und Alen, dass jemand mit aller Macht versucht, zu verhindern, dass die Wahrheit herauskommt. Dieser unsichtbare und skrupellose Gegner schreckt auch nicht davor zurück, Jugendliche ins Koma und sogar in den Tod zu schicken.

Der Grund ist die Suche nach dem Schlüssel zum ewigen Leben. Ein Arzt und ein großer Pharmakonzern überschreiten jede moralische Grenze, um ihre Ziele durchzusetzen: der eine aus wissenschaftlichen Gründen und die anderen für Macht und Geld. Können die Jugendlichen sie aufhalten, bevor noch mehr passiert?

Gabriele Gfrerer erzählt diesen Thriller um gentechnische Experimente in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen. Zum einen beobachtet der Erzähler Klaras Leben, zum anderen wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht des Sohnes des Entdeckers des „Methusalem-Gens“ erzählt. Im Laufe des Buches werden die Handlungsstränge zusammengeführt. Die Hauptfiguren sind glaubwürdig und nachvollziehbar, die Thematik Gentechnik nicht nur höchst aktuell und brisant, sondern auch verständlich dargestellt. Alles zusammen genommen ist der Autorin ein sehr spannender und fesselnder Jugendthriller gelungen, der nicht zuletzt auch nach der Lektüre des Buches noch zum Nachdenken anregt.

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