Andrew Klavan: The Homelanders – Stunde Null

Veröffentlicht: Mai 18, 2012 in 3 Sterne - Ganz O.K., Gewalt, Kriminalität, Thriller
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Cover

Verlag: Thienemann
Seiten: 288

Stell dir vor, du lebst dein ganz normales, weitgehend ereignisloses Leben, gehst abends in Bett und wenn du wieder aufwachst, steht dein Leben auf dem Kopf.

Genau das ist dem 18jährigen Amerikaner Charlie West passiert. An einem Tag lebt er noch mit seinen Eltern und seiner Schwester zusammen, geht zur Schule und träumt von seiner Traumfreundin und einer Zukunft als Air Force Pilot. Abends geht er ins Bett, um dann am nächsten Tag im Albtraum seines Lebens zu erwachen. Charlie sitzt gefesselt in einem Stuhl, voller Blutergüsse, nässenden Brandwunden in stinkender, blutbefleckter Kleidung. Er weiß weder wo er ist noch wie er in diesen Raum gekommen ist. Das einzige, was er trotz aller Panik ahnt, ist, dass er irgendwie von dort verschwinden muss, denn die Instrumente, die um ihn herum liegen, lassen ihn Böses vermuten. Als er dann auch noch aus einem Nebenraum Stimmen hört, die seine Ermordung ankündigen, weiß er, dass er handeln muss – JETZT – SCHNELL!

In allerletzter Sekunde gelingt ihm die Flucht und von da an muss er kreuz und quer durchs Land hetzen. Verfolgt wird er dabei nicht nur von den Killern, sondern auch von der Polizei, denn ihm wird vorgeworfen, seinen ehemals besten Freund umgebracht zu haben. Doch wie kann das sein? Was ist seit dem Vorabend passiert? Im Laufe seiner Flucht dämmert Charlie langsam, dass nicht nur eine Nacht vergangen ist, sondern mehr als ein Jahr, an das ihm jedoch jegliche Erinnerung fehlt. Könnte es sein, dass die Dinge stimmen, die ihm vorgeworfen werden? Ist Charlie ein Mörder und Lügner oder womöglich sogar ein Terrorist?

Meine Erwartungen an den Auftakt der Homelanders-Serie waren hoch. Die vom Verlag angekündigte Verbindung zu 24, Prison Break und The Bourne Identity hat mich neugierig gemacht und auch das Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet.

Was dann kam, hat mich nicht wirklich umgehauen. Positiv aufgefallen sind mir die (wenn auch nicht ganz neue) Grundidee zur Geschichte, die Action sowie die krassen Gegensätze zwischen den Rückblicken in die „normale“ Vergangenheit und der albtraumhaften Gegenwart. Gut gefallen hat mir auch, dass ich als Leser genauso ahnungslos war wie die Hauptfigur Charlie und nicht schon nach wenigen Seiten den Rest der Geschichte vorhersagen konnte. Dadurch dass das Buch mit knapp 290 Seiten nicht sonderlich lang ist, kann man es ziemlich schnell in einem Rutsch durchschmökern.

Was mich aber im Laufe des Buches zunehmend gestört hat, waren der (US-typische?) Patriotismus, phasenweise durchschimmernde Rassismus und das „Ich-bin-doch-eigentlich-ein-guter-Mensch, wieso-kann-mir-so-etwas-passieren?“-Getue. Der moralisch erhobene Zeigefinger hat mir gefühlt auf jeder zweiten Seite ins Auge gepiekt, was für meinen Geschmack definitiv zu viel war und nicht zu der auf der anderen Seite dann wieder anschaulich beschriebenen Brutalität gepasst hat.Und außerdem – welcher 17jährige beschreibt seine Traumfreundin als „hübsch und nett“ und ihre Figur als „anmutig“ ;-)?

Fazit: Für zwischendurch ganz o.k., die weiteren Bände werde ich aber voraussichtlich nicht lesen.

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