Sergej Lukianenko: Trix Solier – Zauberlehrling voller Fehl und Adel

Veröffentlicht: Mai 12, 2012 in 4 Sterne - Lesenswert, Abenteuer, Fantasy, Freundschaft, Humor
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Begabt wie Potter, aber nicht so streberhaft. Der ironische Unterton des Buches macht Trix auch für große Zauberlehrlinge lesenswert.

Dieser auf amazon.de zitierte Pressekommentar hat mich neugierig gemacht auf ein Buch, das ich zunächst nicht unbedingt auf meiner Wunschleseliste hatte. Schnell habe ich mich allerdings schon fragen müssen, was das Buch nur im geringsten mit Potter zu tun haben soll, außer dass Magie im Spiel ist? Gefesselt hat mich das Buch trotzdem.

Die Geschichte ist ein Märchen in einem Phantasieland zu einer dem Mittelalter ähnlichen Zeit. Trix Solier, die Hauptfigur des Märchens, ist der verwöhnte 14jährige Sohn eines Co-Herzogs, der sich in seinem Leben mehr oder weniger langweilt und dazu ausgebildet wird, irgendwann selbst Co-Herzog zu werden. Mit diesem Leben ist es aber schnell vorbei, als der zweite Co-Herzog einen fiesen Putsch unternimmt, bei dem Trixs Eltern zwar einen „ehrenvollen Tod“ sterben, aber damit trotzdem tot sind und Trix zum Waisen machen. Trix selbst wird nur deshalb verschont und am Leben gelassen, weil der zweite Co-Herzog mit seinem eigenen Sohn unzufrieden ist, und die irre Idee hat, dass Trix diesen durch spätere Racheakte „motivieren“ könnte, mehr aus seinem Leben zu machen.

So macht sich der verbannte Trix alleine auf den Weg, um zu lernen und Verbündete zu finden, damit er die Möglichkeit bekommt, seine Rechte wieder einzufordern und den Tod seiner Eltern zu rächen. Auf seiner Reise lernt er neue Freunde wie Ian und Hallenberry kennen, aber auch Mentoren wie den Halbzwerg Ritter Paclus und den Magier Radion Sauerampfer, der ihn als Zauberschüler annimmt. Die rauschkrautsüchtige Blumenfee Annette, die Trix sich herbeizaubert und nicht wieder loswird, komplettiert den Kreis der Abenteurer.

Auf dem Weg, den bösen Putsch zu rächen, erlebt Trix so manches Abenteuer, muss sich verstecken, immer wieder fliehen, gegen Untote kämpfen und auch eine Prinzessin vor der Zwangsheirat retten. Hat er überhaupt eine Chance, sein Erbe zurückzubekommen? Trix muss nicht wie Harry Potter die Welt vor dem Bösen retten, sonderlich spannend fand ich die Geschichte auch nicht unbedingt. Das ist aber auch nicht das, was Trix Solier ausmacht. An vielen Stellen spielt Lukianenko mit Ironie und Sarkasmus – kurz gesagt: der Humor ist das, was die Abenteuer von Trix so lesenswert macht. Witzig fand ich z.B. die Idee eines mittelalterlichen Hilfskochs, „schnelles Essen“ anzubieten, oder die Namensgebung von Trix Einhand-Zauberbuch, genannt Ei-Pott. Ob Marketing-Abteilungen gewisser Unternehmen wohl ähnlich vorgehen bei der Vergabe ihrer Produktnamen?

Wer bei diesem Fantasymärchen über einen Zauberlehrling keine Gänsehautspannung erwartet, sondern sich mit einer reichlich chaotischen Hauptfigur und phantasievoll beschriebenen Nebenfiguren mit viel Humor einlassen will, der sollte zugreifen. Das zweite Buch über Trix Solier werde ich auf jeden Fall auch lesen.

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