Jennifer Benkau: Dark Canopy

Veröffentlicht: Mai 12, 2012 in 4 Sterne - Lesenswert, Dystopie, Freundschaft, Gewalt, Krieg, Meine Bewertungen, Rezensionen, Umwelt
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Ich weiß nicht, womit die Menschen im dritten Weltkrieg kämpfen. Aber im vierten werden es Keulen und Steine sein.

Albert Einstein

Cover

Verlag: Script5
Seiten: 528

Am Ende des 3. Weltkriegs gehen die Percents aus den Kämpfen als Sieger hervor und beherrschen seitdem die Gesellschaft. Nach dem Klonschaf Dolly kam die Wissenschaft in Bezug auf Gentechnologie immer weiter voran und irgendwann war es soweit: Die Percents, genetisch manipulierte und mutierte Menschen, die zu hunderten in Tanks künstlich gezüchtet werden (deswegen auch der Name), wurden erschaffen. Anfangs wurden sie als Sklaven wegen ihrer großen Widerstandsfähigkeit gegen Gifte und Krankheiten und ihrem verstärkten Geruchssinn (durch über die ganze Haut verteilte Membranen) als Arbeiter und Versuchskaninchen benutzt. Doch irgendwann haben sie den Krieg angefangen und jetzt unterdrücken sie die Menschen so, wie sie selbst vor dem Krieg behandelt wurden. Durch ihre veränderte Haut sind sie überempfindlich gegen UV-Licht, also verdunkeln sie den Himmel mit pulverisiertem Gestein, nur 2 Stunden am Tag gewähren sie der Natur das Licht und öffnen die Wolken namens Dark Canopy.

Die 19-jährige Joy, ein normaler Mensch, lebt in einem Rebellenclan dort, wo früher einmal Großbritannien war. Bei einer Rettungsaktion für ihre Freundin Amber wird sie von einigen Percents gefangen genommen und nun wird sie von Neél als Soldatin für das Chivvy ausgebildet – ein Fest der jungen Percents, vor dem jeder seinen Soldaten so gut wie möglich trainieren muss, denn sein Rang in der Gesellschaft hängt davon ab, wie lange der Mensch beim Kampf durchhält.

Doch während sie sich eigentlich auf das Chivvy vorbereiten muss, entdeckt Joy, dass es auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit gibt und es beginnt eine Freundschaft zwischen zwei eigentlichen Feinden…

Mit Dark Canopy hat Jennifer Benkau einen etwas anderen Roman in die Reihe der Dystopien (noch dazu der wenigen deutschen) gestellt, und das meiner Meinung nach ziemlich weit vorne. Durch die künstlichen Wolken hat sie eine sehr düstere, aber auch faszinierende neue Atmosphäre geschaffen. Ich finde die Charaktere sehr lebendig und realistisch beschrieben: Joy ist zu jedem immer etwas frech und trotzig und Neél verwandelt sich von einem Monster fast in einen Menschen.

Auch der Schreibstil mit relativ kurzen Sätzen hat mir gefallen, aber in der Mitte dieser Schwarte wurde es mir etwas zu langatmig; bei Joys Gefängnisaufenthalt passiert eigentlich recht wenig. Die Liebesgeschichte steht zwar nicht direkt im Vordergrund und ist nicht klassisch Ich-kann-mich-nicht-entscheiden-wen-ich-nehme aufgebaut, aber irgendwann war es mir trotzdem zu kitschig (bin halt kein Mädchen ;-)).

Trotzdem gehört Dark Canopy meiner Meinung nach ins Bücherregal und bei dem fiesen Cliffhanger kann ich eigentlich nur noch gespannt auf den zweiten Band warten.

PS: Vielen Dank an Dani von www.buchbegegnungen.de und den script5 Verlag, die mir das Buch im Rahmen der Jugendbuch-Challenge 2012 als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Auch wenn ich das Buch geschenkt bekommen habe, hat das meine Bewertung nicht beeinflusst, sondern spiegelt aussschließlich meine unvoreingenommene persönliche Einschätzung wider.

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Kommentare
  1. YangYang88 sagt:

    Klingt spannend, erinnert mich aber mit den Wolken an so einen gewissen „Ich-die-Hauptfigur-bin-cool-und-kann-Kuglen-ausweichen-Film“, der sehr unbekannt ist und von dem es 3 Teile gibt. =D Die Geschichte scheint schön dystopisch zu sein, was vielleicht nicht unbedingt mein Stil ist, aber dennoch würde ich es lesen.

    Gruß

    YangYang88

    P.S.: Lies mal Bücher von Walter Moers, die sind richtig gut. Zuerst mal wäre „Die 13/2 Leben des Kästen Blaubärs“ gut zum Einstieg. <- Kein Kinderbuch ^^

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