„Unsichtbare Blicke“ erzählt die Geschichte von Josie, einem 17jährigen Mädchen, das mit ihren Eltern in einem kleinen Dorf wohnt. Josies Eltern gehören einer strengen christlichen Glaubensgemeinschaft an und besonders ihr Vater erlaubt Josie nur wenig von dem, was gleichaltrige Jugendliche in ihrer Freizeit machen. Wenn sie nicht zur Schule geht, arbeitet Josie häufig in einem Pflegeheim oder sie sitzt zuhause vor ihrem Laptop und chattet mit Freundinnen oder seit einiger Zeit auch mit Geronimo, den sie vor ein paar Wochen bei SchülerVZ „kennengelernt“ hat. Da Geronimo sich irgendwie anders als alle anderen verhielt, nämlich sie nicht anmachte, oder nach privaten Daten fragte, waren sie zu Chatattack4U gewechselt und jetzt chattet Josie regelmäßig mit ihm. Geronimo schickt ihr seine Lieblingsbilder und schon bald hat Josie so viel Vertrauen, dass sie mit ihm über ihre Probleme spricht, obwohl sie seine eigentliche Identität nicht kennt.

Erst als Josie im Real Life ihrem Mitschüler Felix näher kommt und sich in ihn verliebt, bröckelt der intensive Online-Kontakt zu Geronimo. Dieser nimmt das nicht einfach so hin und erpresst Josie mit intimen Fotos von ihr und Felix. Aber woher hat er die nur? Außerdem muss Josie mit Entsetzen feststellen, dass Geronimo sie scheinbar über Wochen mit der Webcam ihres Laptops Tag und Nacht beobachtet hat. Sie versucht, Geronimo loszuwerden, doch der gibt nicht auf und schon bald schwebt Josie in Lebensgefahr.

Der Autor Frank M. Reifenberg erzählt die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen. Einerseits berichtet Josie in der Ich-Perspektive von den Ereignissen, dazu kommt die Sicht der Kommissarin Stella, die in Fällen verschwundener Mädchen ermittelt. Nicht zuletzt werden immer wieder Episoden des Täters aus der Gegenwart und eines gewissen Jungen namens Tommi, der in der Vergangenheit in einem Heim für Kinder von Republikflüchtlingen in der DDR aufgewachsen ist, erzählt. Erst am Ende führt der Autor alle Erzählstränge zusammen.

„Unsichtbare Blicke“ hat mir sehr gut gefallen, da die Geschichte sehr spannend und fesselnd geschrieben ist. Reifenberg macht auf die Gefahren des Internet aufmerksam, ohne allzu auffällig den mahnenden Zeigefinger zu erheben, sondern verpackt die Botschaft sehr gut in diesem packenden Thriller. Absolut lesenswert!

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