Cory Doctorow: Little Brother

Veröffentlicht: April 5, 2012 in 5 Sterne - Unbedingt anschaffen!!, Computer, Gewalt, Thriller
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BIG BROTHER IS WATCHING YOU und der kleine Bruder spuckt ihm ordentlich in die Suppe.

Cory Doctorow erzählt in seinem Roman „Little Brother“ von einem modernen Überwachungsstaat, der in den USA mehrere Jahre nach den Attentaten des 11. September entsteht.

Marcus Yallow alias <<w1n5t0n>> ist 17 und ein ganz normaler Teenager, der in San Francisco auf die High School geht. Mit seinen Freunden spielt er leidenschaftlich gerne Computerspiele und beschäftigt sich auch ansonsten begeistert mit allem, was mit Computertechnologie zu tun hat. Eines Tages schwänzt Marcus mit seinen Freunden die Schule. Dazu muss er die Überwachungskameras der Schule überlisten, damit er unentdeckt das Gelände verlassen kann. Noch ahnt er nicht, dass sich schon bald die Überwachung der Schule, die ihn so sehr stört, noch sehr viel weiter auf sein Leben ausdehnen wird.

Als Terroristen ein Attentat auf die Bay Bridge in San Francisco ausüben, bei dem viele Menschen verletzt und getöten werden, sind Marcus und seine Freunde zufällig in der Nähe. Von da an verwandelt sich ihr Leben in einen Albtraum. Marcus bester Freund Darryl wird nicht nur verletzt, sondern sie verlieren ihn auch spurlos aus den Augen und müssen befürchten, dass er tot ist.

Marcus und seine anderen Freunde werden entführt, aber nicht etwa von den Terroristen, sondern von Agenten der Sicherheitsbehörde. Sie werden tagelang verhört, schikaniert und gedemütigt, da die Agenten vermuten, dass die Hobbyhacker mitverantwortlich für das Attentat sind. Erst nach mehreren Tagen wird Marcus in die Freiheit entlassen, mit der Auflage, niemandem etwas über die Festnahme zu erzählen und dem Hinweis, dass er ab sofort permanent überwacht wird. In Freiheit muss Marcus feststellen, dass sich San Francisco in einen Überwachungsstaat verwandelt hat, in dem jeder Bürger als potenzieller Terrorist angesehen wird und damit kein Anrecht mehr auf Privatsphäre und Menschenrechte hat.

Doch er wehrt sich – Marcus wird zum Drahtzieher einer Freiheitsbewegung, die nach dem Motto „Trau keinem über 25“ gegen die Regierung ankämpft und dabei alle ihnen zur Verfügung stehenden technologischen Mittel ausnutzt. Dabei muss Marcus feststellen, dass nicht jeder gut gemeinte Weg letztendlich auch richtig ist und dabei manches Mal nicht nur die Freiheit, sondern auch das Leben von ihm und seinen Mitstreitern in Gefahr sind.

Das Buch ist sehr spannend, viele Computertechnologien werden erklärt, damit man die Zusammenhänge verstehen kann, es geht um Freundschaft und Vertrauen und nicht zuletzt wird man zum Nachdenken angeregt, wie weit eine Regierung gehen darf, um für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. „Little Brother“ ist sehr aktuell, sehr heikel und sehr zu empfehlen ;-).

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