Jean-Claude Mourlevat: Winterspiele

Veröffentlicht: März 5, 2012 in 4 Sterne - Lesenswert, Dystopie, Freundschaft, Gewalt
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Helena und Milena sind Waisen und leben in einem Mädcheninternat. Die Regeln in dem Internat sind sehr streng; nur wenige Male im Jahr dürfen die Mädchen in Begleitung einer anderen Schülerin das Internat verlassen und zu den sogenannten Trösterinnen gehen – Frauen, die in den umliegenden Dörfern leben und den Mädchen zumindest ein wenig Geborgenheit geben. Damit keines der Mädchen auf die Idee kommt, zu spät ins Internat zurückzukommen oder womöglich bei einem dieser „Freigänge“ einfach wegzulaufen, bestimmt das Internat jeweils ein Mädchen als „Pfand“, das dann zur Strafe allein in ein stockdunkles, schmutziges Kellerloch gesperrt wird.

Bei einem dieser Ausflüge ins Dorf treffen Helena und Milena auf Milos und Bartholomeo, die unter ähnlichen Bedingungen wie sie in einem nahegelegenen Jungeninternat leben. Als Helena von ihrer Trösterin zurückkehrt, ist das Unfassbare passiert: Milena und Bartholomeo sind geflohen. Helena kehrt zwar ins Internat zurück, doch es wird ein Mädchen mit dem Kerker bestraft und es kommt große Unruhe im Internat auf. Milos findet einen Weg, sich mit Helena zu treffen und klärt das Mädchen über die schockierende Geschichte ihrer Vergangenheit auf. Sie werden von dem machthabenden Regime, der sogenannten Phalanx im Internat gefangengehalten, weil ihre Eltern Aufständische gegen das Regime waren.

Auch Milos und Helena gelingt die Flucht, doch ebenso wie den anderen sind ihnen schnell die grausamen Jäger der Phalanx auf den Fersen. Milos wird gefangen genommen und wird gezwungen an grausamen Gladiatorenkämpfen, den Winterspielen, teilzunehmen. Alle vier tragen jedoch die Hoffnung in sich, das zu Ende zu bringen, was ihren Eltern nicht gelungen ist: das grausame Regime zu stürzen. Wird es ihnen gelingen und welche Opfer müssen sie dafür bringen?

Der Autor Mourlevat erzählt aus immer wieder wechselnder Perspektive die Geschichte der Jugendlichen, was die Geschichte sehr spannend macht. Die Handlung ist fesselnd, die Charaktere sind abwechslungsreich – es gibt nicht nur menschliche Bürger, sondern auch Hunde- und Pferdemenschen mit besonderen Eigenschaften. Es passiert ständig so viel, dass man darüber hinwegsehen kann, dass die Hauptfiguren nicht sehr viel Gelegenheit geboten wird, sich zu entwickeln und man auch über die Phalanx nicht sehr viel erfährt. Das Buch ist empfehlenswert für alle, die Jugenddystopien mögen.

 

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