John Grisham: Theo Boone und der unsichtbare Zeuge

Veröffentlicht: März 4, 2012 in 3 Sterne - Ganz O.K., Krimi
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Der erste Jugendroman von John Grisham hat den 13jährigen Theo Boone als Hauptfigur.

Theos Eltern und sein Onkel sind Anwälte, daher geht er in seiner Heimatkleinstadt Strattenburg im Süden der USA in Anwaltskanzleien und im Gerichtsgebäude wie selbstverständlich ein und aus. Für Theo gibt es sogar nichts Spannenderes als die Welt des Justizwesens, er träumt davon, dass er eines Tages selbst als Anwalt oder Richter arbeiten kann. Da er im Moment aber natürlich noch zur Schule geht, muss es reichen, dass er Schulkameraden als Rechtsberater helfen kann.

Spannend wird es für Theo, als es in seiner Stadt zu einem Mordprozess kommt. Pete Duffy wird des Mordes an seiner Frau angeklagt. Es gibt jedoch nur Indizien, aber keine Beweise, dass er tatsächlich den Mord begangen hat. Fasziniert verfolgt Theo jeden Verhandlungstag, muss aber befürchten, dass der wahrscheinliche Täter ungestraft davonkommt – bis sich eines Tages ein Augenzeuge an Theo wendet, der bestätigen kann, dass Duffy nicht so unschuldig ist, wie er tut.

Der Haken – der Augenzeuge selbst will um keinen Preis selbst vor Gericht auftauchen, weil er als illegaler Einwanderer Angst hat, ausgewiesen zu werden. Theo muss sich einfallen lassen, wie er trotz seines Versprechens, den Zeugen herauszuhalten, verhindern kann, dass der Mörder aus Mangel an Beweisen freigesprochen wird.

Der Roman ist recht einfach und flüssig geschrieben und lässt sich problemlos in einem Rutsch durchschmökern. Mir hat jedoch ein wenig die Spannung gefehlt – Theo ist irgendwie zu perfekt: hervorragender Schüler (eine 1 minus in Chemie ist enttäuschend ;-)), immer freundlich, immer hilfsbereit, Lehrer bitten ihn um Hilfe, ihren Unterricht zu gestalten, Schüler und teilweise auch Erwachsene fragen nach Theos Rechtsbeistand, den der 13jährige natürlich auch leisten kann und nicht zuletzt engagiert sich Theo im sozialen Bereich, indem er obdachlosen Einwanderern kostenlos Nachhilfeunterricht erteilt. Auch der Spannungsbogen in der Geschichte hat mir gefehlt, es wirkte auf mich ähnlich dramatisch, wie ich mir ein Gerichtsprotokoll vorstelle ;-).

Für mich war das Buch nicht der erhoffte und angekündigte große Auftakt einer neuen Buchreihe des Bestsellerautors John Grisham. Ich vergebe 3 Sterne, da das Buch immerhin leicht zu lesen war und einiges vom Gerichtsalltag beschrieben hat.

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