Jennifer Brown: Die Hassliste

Veröffentlicht: März 4, 2012 in 5 Sterne - Unbedingt anschaffen!!, Amoklauf, Freundschaft, Gewalt, Thriller
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Cover

Verlag: dtv
Seiten: 456
ISBN: 978-3-423-76003-4

Valerie ist 16 Jahre alt, sie hat einen jüngeren Bruder, den sie ganz o.k. findet und Eltern, die zu sehr mit ihrem Ehekrieg beschäftigt sind, als dass sie sich um die Probleme ihrer Kinder kümmern könnten. Ihr Freund Nick ist in der Schule ebenso ein Außenseiter wie sie – beide werden immer wieder gehänselt und schikaniert. Nur bei ihm fühlt Valerie sich verstanden und geliebt.

An einem Tag, an dem mal wieder alles schief läuft und Valerie sich total schlecht fühlt, wünscht sie sich, es allen heimzuzahlen, die ihrer Meinung nach an ihrer Lage schuld sind. Sie beginnt ein Notizbuch vollzuschreiben mit den Namen aller Personen aus ihrem Umfeld, aber auch Fernsehstars, Denkweisen oder z.B. Schulfächer, die sie hasst. Das Buch – die Hassliste – soll eine Art Voodoo-Puppe aus Papier sein, das beweisen soll, dass die anderen die Bösen sind und sie das Opfer. Für Valerie eher ein Witz, eine Möglichkeit, Dampf abzulassen. Auch Nick begeistert sich dafür und die Liste wird immer länger.

Eines Tages macht Nick jedoch Ernst, bringt eine Waffe mit in die Schule und erschießt systematisch Personen, die auf dieser Hassliste stehen. Valerie ist völlig überrascht und fassungslos. Sie wirft sich zwischen Nick und eine Mitschülerin. Dadurch rettet sie deren Leben und beendet den Amoklauf, wird aber selbst angeschossen und schwer verletzt. Nick erschießt sich darauf hin selbst.

Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Valerie, immer wechselnd zwischen den Zeiten vor, während und nach dem Amoklauf. Nach dem Amoklauf ist für alle ein normales Leben nicht mehr denkbar. Valerie ist abgestempelt als die Freundin des Amokläufers, von einigen sogar als Mittäterin.

Als Leser muss man sich mit vielen Fragen auseinander setzen. Dürfen Valerie und Nicks Familie den Attentäter betrauern? Wer ist Schuld daran, dass es soweit gekommen ist? Hätten Valerie und auch andere es kommen sehen müssen? Warum ist niemand gegen Schikanen und Mobbing eingetreten? Kann man nach einem solchen Erlebnis jemals wieder halbwegs zur Normalität zurück finden oder womöglich etwas daraus lernen?

Die Hassliste ist sehr bedrückend und realistisch und auf jeden Fall lesenswert.

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