Janne Teller: Nichts was im Leben wichtig ist

Veröffentlicht: März 4, 2012 in 4 Sterne - Lesenswert, Philosophie
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„Nichts bedeutet irgendetwas,
das weiß ich seit Langem.
Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun.
Das habe ich gerade herausgefunden.“

Mit diesen Worten steht der Siebtklässler Pierre Anthon am ersten Tag nach den Sommerferien mitten im Unterricht auf und verlässt die Schule. Von da an sitzt er jeden Tag im Pflaumenbaum vor der Schule und weigert sich, herunterzukommen. Er sitzt einfach da oben, bewirft die anderen mit Pflaumen und verspottet sie, dass ihre Leben keine Bedeutung haben und sie trotzdem einfach so weitermachen.

Pierre Anthons Klassenkameradin Agnes ist die Erzählerin dieser Geschichte. Genau wie ihre Klassenkameraden ist sie genervt von Pierres Behauptungen. Gemeinsam wollen sie ihn vom Baum locken, aber obwohl sie ihn mit Steinen bewerfen, kommt er nicht herunter.

Daraufhin beschließen sie, Dinge zu sammeln, die für jeden Einzelnen von ihnen von Bedeutung sind und in einer stillgelegten Sägemühle auf einen „Berg der Bedeutung“ zu legen. Jedes Kind, das etwas abgegeben hat, darf danach bestimmen, wer als nächstes was abgeben muss.

Am Anfang sind die Dinge noch harmlos, zum Beispiel Lieblingsbücher oder ein Paar neuer Lieblingssandalen. Doch schon bald wird die erste Grenze überschritten, indem Agnes von einem Mädchen ein lebendiges Haustier verlangt. Aus dem eigentlich harmlosen Spiel wird ein Gruppenzwang, indem das Töten eines Tieres, schwere Körperverletzung und sogar Mord zu den „Höhepunkten“ des grausamen Spiels gehören.

Ich gebe zu, dass es fesselnd war, weiterzulesen, was als nächstes passiert und wie weit die Kinder gehen. Allerdings glaube ich, dass es zu gewollt erschreckend und haarsträubend unrealistisch ist, dass eine Gruppe sich in dieser Art entwickelt, um einem Klassenkameraden etwas zu beweisen.

Außerdem gefällt mir nicht, dass man als Leser am Ende völlig allein gelassen wird. Die Schüler werden weder wirklich bestraft, noch hat man das Gefühl, dass irgendjemand etwas aus dem Ende gelernt hat. Wenn man über den Sinn des Lebens nachdenken will, muss man nicht unbedingt mit Schock und Ekel dazu aufgefordert werden!

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