Anthony McGowan: Der Tag, an dem ich starb

Veröffentlicht: März 4, 2012 in 5 Sterne - Unbedingt anschaffen!!, Gewalt
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Das Cover mit dem abgebildeten Messer und der Titel zeigen den Weg, nehmen das Ende des Buches vorweg. Die Geschichte beschreibt in der Vergangenheitsform, wie es dazu kommen konnte und doch ist das Ende überraschend.

Paul, der Erzähler, berichtet sehr eindringlich von seinem Schulalltag, von Terror, kleinen und großen Mobbingaktionen, Demütigung, Erpressung und Prügel. Kurz gefasst: Es geht nicht um Lernen, sondern um Gewalt, die den Schulalltag bestimmt. Lehrer können oder wollen nicht helfen – betroffene Schüler petzen nicht, da das alles nur noch schlimmer machen würde.

Paul beschreibt eigentlich nur drei Schülertypen: die Schläger, die sogenannten Freaks und die große Masse der Schüler, die bloß nicht auffallen wollen, um nicht von den Schlägern angegriffen zu werden, gleichzeitig aber auch gerne mal selbst die Freaks ärgern.

Paul gibt sich auch alle Mühe, nicht aufzufallen, dennoch wird er eines Tages von der Schlägertruppe um den brutalen Roth gedemütigt. Von diesem Tag an beginnt sich das Netz um Paul zuzuziehen. Hoffnung keimt immer wieder mal auf, als er Kontakt zu den Freaks mit ihrem Anführer Shane bekommt, der als einziger zu erkennen scheint, wie Roth tickt und damit umgehen kann.

Paul gelingt es trotzdem nicht, sich Roths Einfluss zu entziehen, lässt sich manipulieren und schließlich sogar für Roths Pläne einspannen. Damit gerät er selbst immer weiter ins Zentrum der Gewalt, ist am Ende mitten drin in einem Bandenkrieg, der mit einem Toten endet.

Das Buch zeigt, was mit jemandem passieren kann, der nirgends so richtig dazu gehört und durch Manipulation und vermeintliche Anerkennung der falschen Leute auf die schiefe Bahn geraten kann. Insgesamt ist mir alles zu krass beschrieben, so ist der Schulalltag doch hoffentlich an kaum einer oder keiner deutschen Schule (?!). Da besteht die Gefahr, dass man sagt, so was gibt es bei uns nicht, obwohl doch „unauffälligere“ , auf den ersten Blick „gewaltfreiere“ Formen des Mobbings genauso gefährlich werden können.

Schade finde ich auch, dass Paul bei jeder Entscheidungsmöglichkeit eigentlich den falschen Weg gegangen ist. Das macht es schwer, ihn sympathisch zu finden.

Pauls Geschichte ist sehr brutal, deprimierend und lädt zum Nachdenken ein.

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